Freitag, 30. September 2016

Die Gwailor-Chronik - Schicksalspfade

 
 
 
Allgemeines:
 
Titel: Die Gwailor-Chronik - Schicksalspfade
Autor: Susanne Gavénis
Genre: Fantasy
ASIN: B019ZVX6XW
Preis: 6,99€ (Kindle-Edition)
 
 
 
Inhalt:
 
 
"Er blickte nicht zurück, und er nahm keine Waffen mit sich. Dort, wo er hinging, würde er kein Schwert benötigen. Er besaß weder ein Ziel noch eine Zukunft. Nur eins war nun noch von Bedeutung: Es sollte nie wieder Menschen durch ihn ihr Leben verlieren!"
 
 
Der Augenblick der Wahrheit rückt unaufhaltsam näher. Dayin, mittlerweile zum jungen Mann herangewachsen, versucht noch immer verzweifelt zu beweisen, dass er kein Mörder ist. Doch das Netz aus Intrige und Verrat zieht sich immer enger um ihn zusammen und mächtige Feinde setzen alles daran, die grausame Prophezeiung Wirklichkeit werden zu lassen.
Schließlich muss Dayin erkennen, dass sein Scheitern nicht nur für ihn selbst, sondern auch für die beiden Königreiche Gwailors den Untergang bedeuten würde.
 
 
 
Bewertung:
 
 
 DISCLAIMER: Da dies der zweite Band einer Dilogie ist, können mögliche Spoiler über den ersten Teil nicht ausgeschlossen werden!
 
 Kaum hatte ich die letzten Zeilen von "Die Gwailor Chronik - Im Schatten der Prophezeiung" zu Ende gelesen, musste ich schon diesen nächsten und letzten Teil beginnen. Obwohl die Story nicht wirklich mit einem Cliffhanger endet, bin ich von dieser Reihe komplett eingenommen, sodass ich auch dieses Buch innerhalb wenigen Stunden beenden konnte.
 
 
"Bisher war sein Leben stets von der Prophezeiung und von den Menschen, die auf sie reagiert hatten, vorgezeichnet worden. Heute tat er zum ersten Mal etwas aus sich selbst heraus, und es fühlte sich gut an, auch wenn es bedeutete, dass er alles aufgab, was ihm am Herzen lag. Viel war das allerdings nicht, nur ein Leben, in dem es weitaus mehr Feinde als Freunde gab..."
 
 
Wie auch schon beim ersten Teil ist das Cover sehr atmosphärisch und im übertragenen Sinne zu verstehen. Man sieht die selbe ganz in Schwarz gerüstete Gestalt, dieses Mal auf einem kunstvoll gestalteten Thron sitzen. Ganz in dunklen Grau-Tönen ist dieses Bild gehalten, bloß der gelbe Titel sticht hervor, sowie die glühenden Augen des Wesens, welche einen anzustarren scheinen.
Dieselbe dramatische, düster drückende Wirkung, nimmt einen beim Ansehen gefangen und spiegelt somit die Grundstimmung und Atmosphäre perfekt wider. Nur am Klapptext muss ich wieder "herummeckern", da Lilell wieder mit keinem Wort erwähnt wird,  obwohl sie Dayin in diesem Teil gleichberechtigt gegenübersteht. Die Titel der beiden Bücher passen perfekt, spiegeln das jeweilige Grundthema klar wieder.
 
 
 "Die Sonne stand im Zenit und brannte heiß vom tiefblauen Himmel herab, als Wender Dayin zum Strand Shinnors begleitete."
 
Mit diesem Satz beginnt das Finale der kurzen Reihe von Susanne Gavénis, direkt unter der Kapitelüberschrift "Das rastlose Herz", was auf Dayin super passt, wird man in die Ausgangssituation eingeführt, in der man die Charaktere zurückgelassen hat. Anders als im ersten Teil, bei welchem immer in größeren Abschnitten zusammengefasst von einem Königreich zum anderen gewechselt wurde, springen die Perspektiven zwischen Lilell und Dayin nun handlungsabhängig.
 
Während Dayin also noch immer bei seinen Großeltern auf Shinnor im Exil verweilen muss, versucht Lilell indessen mit einem neuen Problem fertig zu werden: Ihr Vater, König Rohn von Lumaar, hat es sich in den Kopf gesetzt, sie mit einem der Herzogssöhne zu vermählen. Mit all ihrer Kraft wehrt sie sich dagegen und ahnt nicht, welche anderen Grausamkeiten ihr Vater noch plant...
Als Dayin seine Chance sieht, sich endlich beweisen zu können, macht er sich auf den Weg zurück nach Treffnor. Von Heimweh geplagt muss er dort allerdings erkennen, dass ihn in den Jahren seiner Abwesenheit niemand vergessen hat... und die Prophezeiung immer noch unheilvoll über ihm schwebt und das Leben zur Hölle macht. Als er dann einen dummen Entschluss trifft, gerät er in Gefangenschaft des Königreich Lumaars und trifft zum ersten Mal auf Lilell...
 
 
"Er selbst, Beilar und die Seherin Shinnors waren als Schutz nicht ausreichend, wenn ein fanatischer Mörder nur entschlossen genug versuchen sollte, Dayin zu töten und der Prinz wusste es. Wendar sah es an seinem Gesichtsausdruck der stets eine Mischung aus Verwunderung und Angst zeigte: Verwunderung, weil er bislang überlebt hatte, und Angst, weil ich den Tod in jeder Sekunde ereilen konnte..."
 
 
Dayin, den ich immer noch als Hauptperson des Buches sehe, ist älter, stärker und reifer geworden. 20 Jahre ist er alt, dennoch hat er die Schatten der Prophezeiung keineswegs hinter sich gelassen, sie kommen erst in vollem Ausmaße auf ihn zu. Sehr faszinierend überwindet er jeden schweren Rückschlag und gemeine Finte des Schicksals immer wieder, stoisch mit viel Willenskraft, immer mit einem Bein über dem Abgrund schwebend. Der Tod scheint wirklich an ihm zu haften, so gehen alle, die ihm nahe stehen nacheinander zu Grunde. Bedrücket müssen wir ihm durch die schwere Zeiten folgen und wieder hatte ich oft das Bedürfnis ihn einfach in den Arm zu nehmen und zu versichern, dass alles gut werden würde. Innerhalb des Buches entwickelt er sich enorm weiter. Wenn vorher vor allem tiefer Schmerz, zitternde Unsicherheit, enorme Selbstzweifel und auch Großteils Angst - Angst vor einem Anschlag, vor der dunklen Seite in sich Selbst, der Zukunft, seinem Bruder, Angst vor fast allem - beginnt sein Charakter davon losgelöst bunter und vielseitiger zu werden. Es ist, als würde man ihn erst richtig kennenlernen. Nicht zuletzt Lilells sanftmütiger und aufmunternder Einfluss hat ihm dabei geholfen. Doch noch immer trägt er tiefe Narben in seiner Seele und droht immer wieder aufs Neue zu zerbrechen. Kann die junge Heilerin den Schmerz in seinem Herzen heilen?
 
 
"Wie viele Menschen willst du noch für dich sterben lassen? Niemanden - er wollte niemanden für sich sterben lassen, aber wie konnte er es verhindern? Gerrent bemaß ihn mit einem drohenden blick und wandte sich zum gehen. "Denk an meine Worte!"
Das tat er. Vermutlich würde er sie nie wieder vergessen..."
 
 
Sie tritt immer mehr in den Vordergrund und wird stärker, selbstständiger und auch königlicher gezeichnet. Auch sie ist 20 Jahre alt und somit nur noch 5 Jahre von ihrer Krönung zur Königin Lumaars entfernt. Ihre Wärme und Ausgeglichenheit lässt sie all ihren Mitmenschen zukommen und erscheint in ihren Handlungen grenzenlos mitleidvoll und gütig. Ihre Fähigkeit zu heilen wächst immer mehr zu ihr und rettet bald wie selbstverständlich auch "niederes" Menschenleben, was ihren Vater sehr entzürnt. Trotz ihres sanften Charakters sehen wir aber auch immer mehr von ihrem Temperament, welches es dem König nicht leicht macht, sie zu beeinflussen. Sie lehnt sich immer wieder in wichtigen Moral-Angelegenheiten gegen ihn auf und zeigt dabei korrekte Wertvorstellungen und viel Mut. Man merkt ihr an, dass sie später einmal eine tolle Königin werden würde. Auch sie entwickelt sich mit dem Wissen, welches sie erhält und - verliebt sich in Dayin! Das war natürlich irgendwie klar gewesen, webte sich aber sehr süß und passend in die Handlung ein.
 
 
"Ein einziges Leben war wichtiger als alle Macht der Welt.
Das hatte ihr Vater nie begriffen."
 
 
Neben den beiden rückten noch zwei andere Personen in den zentralen Mittelpunkt des Geschehens: Lilells beste Freundin und persönliche Seherin Gwaina und Wendars Bruder Beilar, der sich zum Gerechtigkeitskämpfer und Beschützer Dayins hervor arbeitet. Beide stehen ihren Freunden standfest zur Seite, als niemand sonst mehr es vermag. Die lebensfrohe und stets loyale Gwaina zeigt dabei erstaunliche Fähigkeiten, auch was Taktik anbelangt, Beilar zeichnet sich durch Stärke, Ideenreichtum und Vertrauen aus. Auch Fiéla, Lilells verständnisvolle sanftmütige Mutter und der grausame neue Waffenmeister Lumaars Anomot Trebent spielen eine größere Rolle.
 
So wie neue Charakter hinzukommen, müssen wir uns von alten verabschieden. Geradezu massenweise lässt Susanne Gavénis sie sterben. Sehr berührend sind nicht nur ihre Tode sondern auch die Reaktionen darauf. Die Autorin scheint neben einem Faible an seltsamen Namen, aufopferungsvollen Leibwächter und viel Schmerz, auch einer Vorliebe für tragische Abschiede zu haben. ;-)
 
 
"Ach Mutter", seufzte er.
Sie sah, still lächelnd, von dem Bild auf ihn herab.
Ihm wurde weg und gleichzeitig warm ums Herz."
 
 
Gerrent tritt als "der Böse" schlechthin auf, herzlos, machtgierig, brutal, all das veranlasste mich, ihn recht schnell zu hassen. Auch Rohn, König von Lumaar wird immer verabscheuungswürdiger in Taten und Gedanken. Mit finsteren Plänen versucht er, die alleinige Macht über Gwalior zu erlangen und dafür ein krieg anzuzetteln. Beide Reiche machen unseren Hauptpersonen das Leben unnötig schwer und treten den Frieden Gwailors mit Füßen. 
 
Doch bald muss man erkennen, dass beide nur bedeutungslose und jämmerliche Marionetten in der Hand der wirklichen Scheusale sind. Viele rauchende Köpfe, unnötige Irrwege, Fehler und sogar das Leben von Freunden kostet es um herauszufinden, wer hinter allem Übel steckt. Ich sage euch: Das Lesen lohnt sich!
 
 
"Tarell", flüsterte Rohn triumphierend, als er wieder einmal aus dem Fenster starrte. Das Nachbarland besaß Zuviel von dem, was Lumaar zustand, und er hatte die Absicht, Kronot nachdrücklich daran zu erinnern..."
 
 
Es wird also nicht mehr Dayins und Lilells Entwicklung in den Fokus gerückt, sondern hauptsächlich deren Handlungen und Zukunft Gwailors. Dieser zweite Teil ist viel handlungsintensiver, blutiger und epischer. Natürlich gibt es die ein oder andere Kampfszene, doch das ist nicht das, was ich meine. Wirklich entscheidenden sind die überstürzten Fluchten, Einblicke in irre, abscheuliche Pläne der Gegner, das schrille Hin- und Her zwischen den beiden Königreichen, die sich im Stakkato gegeneinander auszuspielen versuchen und nicht zuletzt ein taktisch gewiefter Plan. Selbst die triviale "Action" wirkt in diesem Buch geistreich und scharfsinnig hintergründig. Durch geschickte Wendungen, undurchsichtige Andeutungen und unkonstruierte Szenen konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen. Mehr als einmal habe ich mit dem Gedanken geliebäugelt, Seherin zu spielen und einen Blick auf das Ende werfend festzustellen, dass wirklich alles gut werden kann.
 
 
"Jetzt konnte Lilell heimkehren. Rohn konnte sie nicht mehr zu dem machen, was er selbst gewesen war: ein herzloses Wesen, das in seinem Neid und seiner Gier nach macht schon lange vergessen hatte, was es hieß zu lieben. Vielleicht hatte er es auch nie gewusst."
 
 
Zum Schreibstil will ich hier gar nicht mehr viel sagen. Wie auch schon im vorangestellten Band und in "Shai´lanhal" schwingt sich Susanne Gavénis zum Wortakrobaten herauf, welcher durch präzise und doch kunstvolle Beschreibungen eine lebendige und mittelalterlich angehauchte Welt aus den Tiefen der Seiten erhebt. Gwailor mit seinen unterschiedlichen Gesichtern, Formen und Farben ist detailverliebt herausgearbeitet und unterstreicht somit die Authentizität und Symbolkraft des Geschehenen. In verschnörkelten und doch verständlichen Sätzen trifft sie genau den Punkt und vermeidet unnötige Längen. So malerisch umrahmt auch alles wirken mag, Gedanken, Gefühle werden trotzdem bodenständig und greifbar vermittelt, was die Wirkung des Gesamtbildes abrundet. 
 
Wie in jedem guten Final-Roman, werden alle Rätsel langsam aufgelöst, Geheimnisse und Intrigen kommen ans Licht, Verbindungen, die man niemals erwartet hätte, bis alles auf einen spektakulären Schluss zusteuert. Sehr wendungsreich und auch qualvoll nervenaufreibend gelingt es der Autorin die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten, sodass ich bis zur letzten Seite nicht genau wusste, wie es ausgeht. Es blieb mir nur die Zeit nach einer Enthüllung den Kopf zu schütteln und mich zu schelten, warum mir das nicht früher eingefallen war.
 
"Du bist kein Mörder", wiederholte Lilell noch einmal sanft. Und da begriff Dayin endgültig (...)
Der Gedanke an die vielen Jahre sinnlosen Leids, zerstörter Träume und grausamen Mordens war beinahe mehr, als er ertragen konnte. (...) All der Schmerz, der sich in den zwanzig Jahren seines Lebens in sich angesammelt hatte, brach aus ihm hervor wie eine schwarze Woge und riss ihn mit sich fort."
 
Trotz das die Handlung mehr in den Mittelpunkt rückt, spielen die Emotionen der Charaktere die Hauptrollen. Ich meine dabei weniger bloß Liebe, sondern die Emotionen und Gefühle, die die Hauptfiguren durchleben und damit an mich als Leser transportieren. Die volle Bandbreite wird abgearbeitet und dermaßen authentisch vermittelt,  dass ich selbst diese Emotionen selbst gespürt habe und sehr nah am Geschehen war. Ich habe mit Dayin, Lillel und den anderen gelitten, gezittert, gebangt und gehofft, abenteuerliche Reisen unternommen und das Königreich Gwailor mit allen Mitteln zu retten versucht.
Die transparenten Einblicke in Gefühls- und Gedankenwelt, immer perfekt mit dem Kontext verwoben, machen die ca. 500 Seiten zu einem sehr intensiven und persönlichen Leseerlebnis.
 
Das Ende schließt befriedigend in einem sehr schönen Epilog - alle Hauptpersonen sowie Gwailor selbst bekommen ihr verdientes Happy-End. Zwar passt ausnahmsweise so viel Glück und gar nicht so recht zu den Büchern, doch nach der ganzen schmerzhaften Tortur haben wir Leser uns definitiv ein " Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute... - Ende" verdient!
 
 
"Dayin wusste nicht, ob sie ihr Versprechen je würde einlösen können, doch er sah ihr an, dass sie es ernst meinte. Es blieb nur noch eins zu sagen.
"Danke!"
 
Ja und jetzt, am Ende der Reihe um Dayin Tarell und Lilell Lumaar bleibt auch für mich nur noch eins zu sagen: Vielen vielen Dank an die Autorin Susanne Gavénis, die mir ermöglicht hat, in diese unglaubliche Geschichte einzutauchen!!!
 
 
Fazit:
 
 Intensiv, ohne aufdringlich zu sein; Actionreich ohne banal blutig zu werden; Emotional ohne der Spannung zu schaden und sprachlich absolut überragend - "Schicksalspfade" ergänzt die "Gwailor-Chronik" um einen faszinierenden zweien Teil voller Abenteuer, Gefühle und Spannung!
 
 


Donnerstag, 29. September 2016

Die Gwailor Chronik - Im Schatten der Prophezeiung



 
Allgemeines:
 
Titel: Die Gwailor-Chronik  - Im Schatten der Prophezeiung
Autor: Susanne Gavénis
Genre: Fantasy
ASIN: B019ZVX8RQ
Preis: 6,99€ (Kindle Edition)
Weitere Bände: "Die Gwailor-Chronik - Schicksalspfade" 
 
 
 
Inhalt:
 
 
"Er konnte ihre Blicke spüren, die sich wie Steine, die mit Wucht geworfen worden waren, in seinen Rücken bohrten..."
 
Dayin, dem Sohn des Königs von Tarell, wird bei seiner Geburt eine schreckliche Prophezeiung gemacht: Sein eigener Vater soll durch seine Hand den Tod finden, heimtückisch ermordet, um den Thron des Landes an sich zu reißen. Doch wie kann es geschehen, dass aus einem zarten, mitfühlenden Kind ein kaltblütiger Mörder wird?
Dayin weiß, dass er nur eine Chance hat, sich von dem düsteren Schatten zu befreien, der sein Leben bestimmt. Er muss beweisen, dass er die furchtbare Bluttat, die ihm prophezeit wurde, unter keinen Umständen Wirklichkeit werden lassen wird.
Doch schon bald muss er erkennen, dass das Schicksal ein Gegenspieler ist, der sich nicht leicht geschlagen gibt.
 
 
Bewertung:
 
 
"Wie durch dichten Nebel hörte Dayin die Schritte des Attentäters, der sich der Brüstung näherte. Als er erneut in seinem Blickfeld erschien, hielt er erneut sein Schwert in der Hand. Er hob es zum Schlag.
"Stirb Vatermörder!"
 
 
Nachdem ich von "Shai´lanhal" hellauf begeistert war, durfte ich nun auch die Gwailor-Chronik von Susanne Gavénis lesen. Also schon vorneweg mal vielen Dank für das Rezensionsexemplar!!! 
 
Das Cover hat mich zunächst etwas irritiert. Natürlich ist es sehr hübsch anzusehen, dramatisch mit düster drückender Wirkung, doch bevor ich das Buch gelesen habe, konnte ich noch keine wirkliche Verbindung zum Inhalt feststellen. Zusehen ist, ganz in unterschiedliche Brauntöne gehalten, ein gerüsteter Krieger, der über den Ruinen einer Burg oder Stadt schwebt. Für was genau der Krieger stehen soll, will ich nicht festlegen, da viele verschiedene Theorien dazu entstanden sind. Die Grundstimmung und Atmosphäre wurde aber perfekt widergespiegelt. Insgesamt eine sehr ansprechende Gestaltung, auch wenn ich an dem Klapptet etwas "herummeckern" muss: die zweite Hauptperson um die es die ganze Zeit über geht, Lillel, wird mit keinem Wort erwähnt.
 
 
"Ich habe Angst", flüsterte Kronot Tarell."

 
Mit diesem recht unscheinbaren und doch aussagekräftigen Satz beginnt das Buch. Wie auch schon in "Shai´lanhal" wird man zeitens der Geburt der Hauptpersonen in die Lebenswelt der Charaktere eingeführt und erhält wichtige Informationen zur jetzigen Situation und späteren Beweggründen.
Wir erfahren die Geschichte Gwailors, ein einst riesiges Reich, das in die zwei Königreiche Tarell und Lumaar aufgeteilt wird, als dem König Zwillinge geboren werden. Die darauffolgenden Generationen an Nachfahren regierten jedoch nicht so friedvoll und verständig nebeneinander, sie zweifelten an der Gerechtigkeit der Aufteilung und führten so ihre Reiche in Feindschaft und tiefem Streit zueinander, da ein jeder sich für den rechtmäßigen Erben und Gebieter über ganz Gwailor hielt.
So kommt es, dass zu Beginn der Handlung Tarells König Kronot und Lumaars Herrscher Rohn sich feindlich gesinnt sind.

Die Geschichte beginnt wie gesagt mit der Geburt beider Hauptpersonen: Kronot Tarell wird ein Sohn geboren, den er Dayin nennt, zur selben Zeit ist König Rohn von Lumaar über die Geburt einer Tochter, Lilell, mehr als nur enttäuscht. Rohn, für den nur ein Mann wahrhaftiger Thronerbe Lumaars sein kann, ist eifersüchtig auf Kronot, doch eine schicksalshafte Prophezeiung ändert alles:
 
Neben der Königsfamilie sind die Seherinnen in beiden Reichen eine angesehene Institution. Sie überwachen die Zukunft mittels Visionen und lenken die Schicksale der Menschen so in die richtige Richtung. Als die Oberseherin Tarells, Lyssil Maget die Essenz des neugeborenen Dayins berührt, schockt sie die ganze Welt mit einer grauenvollen Prophezeiung: im erwachsenen Alter wird der noch so kleine und unschuldige Junge seinen Vater, den König, hinterrücks ermorden.
 
 
"Dayin - ein Vatermörder. Eine schrecklichere Vorhersage hätte es gar nicht geben können. (...)
Sie betraf nicht nur sein Leben, sondern zeigte unmissverständlich wie es in seinem Herzen aussah. Die Prophezeiung war ein Kainsmal, das Dayin zeit seines Lebens eingebrannt war. jeder, der von den Worten der Seherin erfuhr, würde es sehen."
 
 
Durch diese furchtbare Voraussage, ist er als Mörder stigmatisiert, noch bevor sein Leben erst begonnen hat und wird automatisch von der Thronfolge ausgeschlossen. Inmitten von Abscheu, Misstrauen und ständigem Getuschel muss der Kleine als die Prophezeiung öffentlich wird, ständig beweisen, dass er nicht böse ist. Es kommt sogar zu Mordattentaten, die verhindern sollen, zu dem Mörder zu werden, den alle in ihm sehen. Alleine und verhasst muss er seinem kleinen Bruder Gerrent zusehen, wie dieser die Ausbildung zur Thronfolge erhält, die ihm selbst verwehrt bleibt. Erfolgreich und bevorzugt wächst Gerrent neben ihm auf und lässt keine Möglichkeit aus, Dayin zu quälen. Als Abschaum gebrandmarkt und benachteiligt gegenüber dem künftigen Thronerben will ihm aus Angst niemand helfen und selbst die Wachen der Garde schweigen über die kleinen Gemeinheiten, die Gerrent ihm zufügt. Da stellt sich natürlich die Frage: "Wie kann man einen unschuldigen Junge für etwas verurteilen, das er noch nicht getan hat und vermutlich auch niemals tun wird, während ein kleiner Sadist König werden wird?"
 
 
Dagegen sehen Rohn Lumaars Probleme ganz harmlos aus. Da ihm aber ein männlicher Erbe versagt bleibt, versucht er seine Tochter Lilell durch hartes Waffentraining früh zu formen, um sie zu einer unnachgiebigen, hartherzigen Herrscherin zu machen, die er braucht um die Herrschaft Gwailors wieder ganz seiner Linie zu unterstellen. Jene Tochter liebt jedoch Tiere über alles, ist voller Mitleid, Gefühlswärme und Nächstenliebe. Als sie eine ungeahnte Gabe entdeckt, ändert sich ihr Leben auch von Grunde auf...
 
 
"Er hatte gesagt, sie müsste die Waffen beherrschen, um ihre Soldaten verstehen zu können. Genauso war es mit Lumaar. Sie musste das Land kennen, um es regieren zu können. Wenn es ihr vertraut war, würde sie später einmal eine gute Königin werden. Das wünschte sie sich aus ganzem Herzen."
 
 
Ab dem zarten Alter von 5 Jahren wird die Geschichte um die beiden Königskinder in sich abwechselnden Teilen von den beiden erzählt, wobei auf Dayin ein leichter Fokus liegt. Natürlich ist klar, dass sich diese beiden Geschichten zwangsläufig irgendwann verweben müssen...
 
Als kleinen Kritikpunkt zwischendurch muss ich sagen, dass ich die Art und Weise, wie in diesem Buch Geschehenes aus der Sicht eines fünfjährigen Kindes, in Miteinbeziehung von Gedanken und Gefühlen, erzählt wird, für recht unrealistisch halte. In Ansätzen passt sich der Stil dem Alter an und natürlich bemerkt man einen großen Unterschied, je älter die Hauptpersonen werden, doch auf gar keinen Fall kann ein fünfjähriges Kind so denken!
 
 
"Doch auch hier konnte er ihnen nicht entkommen. Die Gesichter schälten sich vor ihm aus der Schwärze und blähten sich zu riesengroßen Fratzen auf, die ihn einkreisten und mit kalten, anklagenden Augen auf ihn herabstarrten. Wie Flaggen in Wind schwankten sie vor und zurück, und mehr als einmal schien es, als wollten sie sich auf ihn herabstürzen, wie Hunde, die sich gierig um ein Stück Fleisch stritten. Dayin krümmte sich auf dem rauen Steinboden zusammen, versteckte den Kopf zwischen den Händen und wimmerte leise, flehte, dass sie verschwinden mochten. Sie taten es nicht."
 
 
Ansonsten ist Dayin ein absolut mitreißender Charakter. Meine Beziehung zu ihm wurde wohl vor allem durch unglaublich großes Mitleid geprägt, oft wollte ich einfach in das Buch greifen und ihn in den Arm nehmen. So viel Schmerz, Liebe, Verlangen nach Akzeptanz und furchtbare Ungerechtigkeit zeichnen ein sehr dunkles und dramatisches Bild, an das sich Dayin natürlich anpasst. Entgegen aller Erwartungen von Außerhalb entwickelt er sich zu einem, zwar schüchternen, körperlich schwachen, aber auf jeden Fall ehrlichen und liebenswürdigen Jungen. Nicht zuletzt die Zuneigung seiner Mutter und Großeltern, an die er sich klammert wie ein Rettungsring, tragen wohl dazu bei, dass er nicht jämmerlich untergeht. Vailia, die liebevolle, bewundernswert starke Königin und Mutter tritt ebenso wie Kronot als Charakter in der ganzen Entwicklung besonders hervor, wobei ich immer noch nicht genau weiß, was ich von letzterem halten soll. Einerseits liebt er seinen Sohn offensichtlich und tut alles, um ihn zu beschützen, andererseits ist ihm sein Misstrauen und die fehlende Offenheit ihm gegenüber anzukreiden.
 
 
"Ihr blondes Haar trug sie offen. In goldenen Wellen floss es ihre Schultern und ihren Rücken hinab, umrahmte ihr Gesicht und verlieh ihm einen warmen Schimmer, der so viel Schönheit und Wehmut enthielt wie der letzte Strahl der Sonne, mit dem sie die Erde küsste, bevor sie hinter dem Horizont verschwand. Dayin wusste nicht viel über Frauen, er wusste nur, dass seine Mutter die schönste von ihnen war. Wenn nur nicht der traurige Ausdruck in ihren Augen gewesen wäre, der sie so gewiss begleitete, wie Schatten dem Licht folgten..."
 
 
Auch in dem einzigen Gardisten Tarells, der nicht an die Prophezeiung glaubt, findet Dayin einen Beschützer und Freund: Wendar Krenn. Dieser Gardist, Wendar Krenn, der mit Leib, Leben und Seele für Dayin einsteht, ist mir sofort ans Herz gewachsen. Doch ein Leibwächter, eine liebende Mutter und weit entfernte Großeltern sind lange nicht genug um ihn vor den äußeren Angriffen einer ganzen Nation, dem Hass Tarells zu schützen und vor innerlichem Zerbrechen zu bewahren.
Umso schmerzlicher und tragischer ist es, als er langsam all seinen Halt verliert, als eine Katerstrophe die nächste jagt...
 
Für Dayin, der sowieso eine düstere Zeit durchlebt, wird alles noch schlimmer, und so zermürben ihn Demütigungen, Anfeindungen und falsche Anschuldigungen eben so sehr weil zahlreiche Anschläge auf sein Leben. Der Tod scheint an ihm zu haften, auch wenn er sich selbst versucht, gegen die Prophezeiung zur Wehr zu setzen und seinen Vater als auch ganz Tarell verzweifelt davon überzeugen möchte, dass er ein guter Mensch ist. Mich hat er davon aus ganzem Herzen überzeugt und so konnte ich gar nicht anders als mit ihm zu leiden und ab und zu das ein oder andere Tränchen zu vergießen.
 
 
"Die Prophezeiung hatte schon längst über seine Liebe zu seinem Sohn gesiegt, ohne dass er es erkannt hätte.
Nun wusste er es!"
 
 
Lilell ist jedoch fast das komplette Gegenteil von Dayin. Immer wenn wir von Dayin zu ihr gewechselt sind, wirkte ihre Unbeschwertheit geradezu erschreckend. Sie war mir sehr sympathisch, da sie klug, zart, warmen Gemüts und voller Verständnis für alles und jeden ist. Auch ihre Situation, in der sie sich befindet, wirkt zuerst komplett gegensätzlich. Der Kronprinzessin von Lumaar wurde zu ihrer Geburt vorhergesagt, dass sie eine gütige Königin wird, der von ihrem Volk nichts als Liebe und Dankbarkeit entgegen getragen werden würde. Doch auch sie hat Probleme mit ihrem Vater und seiner Anerkennung.
Dieser begegnet er ihr mit Härte, Kälte und fehlender Liebe. Egal, was Lilell auch tut, für ihren Vater ist sie nie gut genug. Das er sich stets einen Sohn gewünscht hat, lässt er sie stets spüren, was sie in ganz jungen Jahren zutiefst verstört.
 Nur durch ihre liebvolle Mutter, die ihr den Weg fernab vom Hofe in das Dorf der Seherinnen zur Schulung ihrer Fähigkeiten ermöglicht, kann sie ihre Herzlichkeit behalten, ohne an dem nicht vorhandenen Stolz ihres Vaters in Bezug auf ihre Person zu zerbrechen.
 
 
"Lange blonde Haare umrahmten ihr weiches und anmutiges Gesicht, und nur ihre grauen Augen, die mit einigen grünen Flecken gesprenkelt waren, zeugten von Temperament und brachen den Eindruck der Sanftheit, den Lilell ihrem Beobachter mit jeder ihrer Bewegung zu vermitteln verstand. (...)
Rohn verzog in finsterem Groll das Gesicht. Was half das alles?"
 
 
Dort findet sie eine treue Freundin, die lebensfrohe Seherin Gwaina, die ihr trotz ihrer königlichen Position die beste Gefährtin wird. Neben der loyalen, mutigen und klugen Gwaina, hat Lilell Unterstützung in ihrem Leibwächter Verdell Abeffna, der sie in der schweren Zeit vollstes Vertrauen schenken kann. Also allgemeingesehen scheinen Leibwächter in diesem Buch also eine wichtige und ehrliche Rolle einzunehmen. ;)
 
Der Schreibstil, in dem alles verfasst ist, ist einfach nur WOW! Durch die Wahl der Schauplätze als dunkle, aber belebte Burgen mit trutzigem Flair, sowie der Umgangsrichtlinien und Lebensweisen ihrer Bewohner erhält das Buch einen Hauch von mittelalterlicher Romantik, die die Fantasy nicht zu abgehoben und fiktiv erscheinen lässt, sondern einen echten Touch und Greifbarkeit vermittelt. Dies wird auch durch eine entsprechend zeitgemäße Begriffsverwendung mit Authentizität im Ganzen belohnt. Selbst die Namen, die für euch Leser jetzt erst mal seltsam klingen, fügen sich perfekt in diese ungewohnt gut durchdachte Welt. Susanne Gavénis versteht es zudem geradezu meisterhaft, auf verspielte und unglaublich detailgetreue Art, nicht nur die Umgebung der Charaktere darzustellen, sondern auch ihre Gedanken, Gefühle und die Handlungen selbst immer epischer und gewaltiger erscheinen lässt. Durch ihre Wortgewandtheit wirken zudem Landschaftsbeschreibungen manchmal fast wie Lyrik und erwecken alles zum Leben.
 
 
"Je länger die Stimmen der Vögel erklangen, desto heller wurde der Himmel, so als wären das Zwitschern und Pfeifen, das Tirilieren und Summen, das Jauchzen und Singen der Federlinge, die die Dunkelheit vertrieben. Sie wich davor zurück wie Eis vor den Strahlen der Sonne, verlor ihre Macht über Wald und Felder und floh hinter den Horizont. (...)
Tau glitzerte unter den Strahlen der aufgehenden Sonne an Büschen und auf Grashalmen, verwandelte Spinnennetze in filigrane Kunstwerke aus Kristall und Blumen in zerbrechliche Glasskulpturen..."
 
 
Das Buch hat sich vom Plot und der Spannung ausgehend ganz anders entwickelt, wie ich gedacht hatte. Erwartet hatte ich ein gutgeschriebenes Fantasy Buch, das das Leben zweier erwachsener Hauptpersonen schildert und in einem spannenden, epischen Kampf endet. Bekommen hatte ich ein Buch, das akribisch und malerisch ausgereift von dem Heranwachsen zweier Königskinder erzählt und dabei deren Entwicklung unter kaum vorstellbaren Umständen hervorhebt. Ich kann mir gut vorstellen, dass vielleicht viele genau das kritisieren, da ihnen (vor allem am Anfang) zu wenig Spannung oder Handlung vorhanden ist. Doch dieser Schmerz und das tragisch glaubwürdige Ringen um Beachtung, das vor allem Dayins Textpassagen innewohnt, hat mich fasziniert, berührt und geradezu an das Buch geschweißt. Auch wenn es ganz und gar nicht schön zu lesen ist, wie sich Abgründe in der menschlichen Seele auftun können, komme ich nicht umhin es genial zu finden, auf welche Art die Autorin ihre Beschreibungen mit der jeweiligen dunklen Szenerie und düsterer Charakter-Stimmung in Einklang zu bringen. Es ist sehr schwierig zu beschreiben, welche Essenz dieses Buch so besonders macht, doch ich denke es ist genau jene Art der Atmosphärengestaltung.
 
 
"Es schien, als würde die Nacht selbst auf den Boden hinabfallen, und nur der Sturm hielt das Unwetter im Augenblick noch davon ab, auch Treffnor zu erreichen. Blitze leuchteten grell auf, und das ferne Rollen des Donners klang bedrohlich wie das Knurren eines Wolfes auf der Jagd. Ungeachtet des kalten Windes, der ihm wie mit spitzen Nadeln unter die Kleidung fuhr und in seine Haut stach, stürzte Kronot zur Brüstung, krallte seine Hände um den rauen Stein und schrie. Er brüllte seinen Schmerz heraus, als wolle er mit dem Sturm um die Wette heulen..."
 
 
Zudem werden viele Lebensweisheiten und Ratschläge, die die Kinder lernen auch unterschwellig an den Leser vermittelt. In langen Gesprächen, beispielsweise bei den Seherinnen als es um Essenzen geht, werden indirekt Dinge wie Schicksal, Verantwortung und sogar in gewissem Masse Gott angesprochen. Außerdem kann man ganz klar eine Botschaft, einen Schluss aus dieser Geschichte ziehen:  keiner sollte sich von vorgefertigten Meinungen beeinflussen oder leiten lassen, sondern sich zuerst ein persönliches Bild machen.
 
Das Buch endet ziemlich mitten in der Handlung und so bin ich trotz dass es nicht wirklich ein Cliffhanger gibt, erleichtert, dass ich gleich mit dem zweiten Teil beginnen kann.
 
 
 
Fazit:
 
"Im Schatten der Prophezeiung" schlägt "Shai´lanhal" um Längen, wenn auch mit ganz anderen Mitteln. Ein lyrischer Schreibstil, eine erdrückende Atmosphäre, tiefsinnige Charaktergestaltungen und ein gut durchdachter Plot lassen mich bedauern, dass ich nur 5 Sterne vergeben kann.
 


Mittwoch, 28. September 2016

"Traumhaft - Das Erwachen" - traumhaftes Erwachen einer neuen Reihe?



Am 28. Oktober 2016 wird der Auftakt einer neuen Reihe von Johanna Lark als E-Book im Dark Diamonds- Verlag erscheinen - "Traumhaft - Das Erwachen".  Dieses Fantasy-Buch wird für 3,99€ und der ASIN: B01LZMXIFV zu haben sein.
Inhalt:
**Was würdest du träumen, wenn du in deinem Traum die Realität ändern könntest?**
Als Psychologie Studentin sollten der 21-jährigen Klara die Grundbegriffe der Traumdeutung eigentlich nicht fremd sein. Dennoch kann sie es sich nicht erklären, warum sie und ihre Freunde auf einmal die gleichen Träume haben und diese so absolut real wirken. Oder warum sie plötzlich von einer knisternden Begegnung mit einem höchst attraktiven Studenten träumt und dieser ganz genau Bescheid zu wissen scheint. Zufall, Schicksal oder etwas ganz anderes? Als Klara ihre außerordentliche Gabe der Traumlenkung entdeckt, eröffnen sich ihr plötzlich Welten, die sie sich kaum vorstellen konnte. Bis sie versteht, dass auch ihre Träume zum Spielball anderer Begabter werden können…
Dieser Klapptext klingt sehr interessant, auch nicht zuletzt, da ich alles, was mit Träume zu tun hat, interessant finde. Vielleicht bitte ich zum gegebenen Zeitpunkt um ein Rezensionsexemplar ;))

"Verwandte Seelen" - mitreißender Auftakt einer neuen Trilogie

Der durchweg gutbewertete Auftakt  einer neuen Reihe "Verwandte Seelen - Eine Liebe zwischen Unsterblichkeit und Tod" geschrieben von Nica Stevens kam am 15. September 2016 im Drachenmond-Verlag heraus. Das Taschenbuch hat 220 Seiten und kostet 12,00€. Ebenfalls ist der Fantasy-Roman als E-Book in Kindle-Edition erhältlich, wo er für 2,99€ zu haben ist.

ISBN-10: 3959915012
ISBN-13: 978-3959915014
Größe und/oder Gewicht: 15,1 x 1,7 x 21,6 cm
Inhalt:
-Die Geschichte einer atemberaubenden Liebe, einer Liebe zwischen Unsterblichkeit und Tod.-
Samanthas und Jakes Liebesgeschichte wuchs durch das große Interesse und die anhaltende Begeisterung der Leserinnen zu einer Bestseller-Trilogie heran, deren Romantik und Abenteuer alle Fantasy-Fans verzaubert.

Die neunzehnjährige Samantha weiß nicht, wer sie ist und welche tragende Rolle sie in der Beziehung zu den Unsterblichen spielt. Sie wehrt sich gegen deren Gesetze und ist mit anderen Menschen auf der Flucht.

Als sie schließlich dem Feind in die Hände fällt, scheint ihr Schicksal besiegelt. Doch entgegen ihrer Befürchtung liefert der Unsterbliche Jake McAlaster sie nicht aus.

Er ist abweisend und verwirrend aber auch faszinierend und unwiderstehlich. Samantha spürt, dass er etwas vor ihr verbirgt. Jedoch ahnt sie nicht, wie unwiderruflich sie schon längst mit ihm verbunden ist.

"Zwischenwelt" - ein neues End-Zeit-Abenteuer!


Das Buch "Zwischenwelt - Die Welt zerbricht" von Jill Noll wurde am 09. September diesen Jahres in eigenem Verlag veröffentlicht. Das Taschenbuch hat 372 Seiten und kostet 12,90€. Das E-Book in Kindle-Edition ist für 2,99€ zu haben. Das Fantasy-Buch wurde durchschnittlich auf Amazon sehr gut bewertet.

ISBN-10: 3000544704
ISBN-13: 978-3000544705
Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 2,4 x 20,3 cm

Inhalt:
In einer Welt voller mystischer Geheimnisse wird eine unerfüllte Liebe zur Gefahr für die gesamte Menschheit.
Nur wenige wissen von den Möglichkeiten, die unsere Welt wirklich birgt, und nur wenige haben die Fähigkeit, die Energien und Kräfte, die alles zusammenhalten, zu manipulieren. Doch diejenigen, die es können, sind imstande, großen Schaden anzurichten. Ein dramatisches Ereignis in Sukos Kindheit hat ihn dahin gebracht, wo er heute ist. Als Gründer und Leiter des SEKP, dem Sondereinsatzkommando für paranormale Phänomene, legt er denjenigen das Handwerk, die sich an den Energien dieser Welt zu schaffen machen. Doch Suko ahnt nicht, dass ausgerechnet aus den eigenen Reihen die größte Gefahr droht – bis auf einmal die Welt um ihn herum zerbricht. Für Suko beginnt ein Kampf um sein Leben, das Schicksal der Menschen und um die Frau, der sein Herz gehört.

Dienstag, 27. September 2016

Traumfänger

 
 
 
Allgemeines:

Titel: Traumfänger
Autor: Marlo Morgan
Genre: Abenteuerroman
ISBN: 978-3442437405
Preis: 14,90 € (gebundene Ausgabe)
8,99 € (Taschenbuch)
7,99 € (Kindle-Edition)
23,48 € (Audio-CD)
Weitere Bände: Traumreisende

 
 
Inhalt:

Die Reise einer Frau in die Welt der Aborigines

Was eine seltene Ehre ist, kostet die amerikanische Ärztin Marlo Morgan zunächst viel Kraft und Überwindung: Die Teilnahme an einem dreimonatigen "Walkabout" durch den australischen Busch mit dem Stamm der "Wahren Menschen", den Aborigines. Sie wurde zu einer Ehrung für ihre Arbeit mit jugendlichen Ureinwohnern eingeladen. Marlo Morgan hat keine andere Wahl, als die Einladung anzunehmen, denn ihre Kleider, ihr Schmuck, ihre Papier, alles was sie bei sich trug haben die Ureinwohner verbrannt. Sie sieht sich ganz neuen Lebensumständen ausgesetzt: Messerscharfes Gras und Dornengestrüpp malträtieren ihre Füße, ihre Muskeln schmerzen von den meilenweiten Märschen und ihre helle Haut verbrennt unter der erbarmungslos gleißenden Sonne. Da die Aborigines auf ihrem Walkabout nichts Essbares bei sich tragen, stehen Ameisen, Eidechsen, Krokodile, Käfer, Kängurus, Maden und Wurzeln auf dem Speiseplan.
Doch im Laufe der strapaziösen Tour erfährt sie auch eine ungeheure emotionale Bereicherung und spirituelle Wandlung, denn die Aborigines heißen sie als eine der ihren willkommen und werden zu einfühlsamen Lehrern. Die "Wahren Menschen" zeigen ihr, was es bedeute, die Begabungen und die Talente, die in einem Menschen stecken zu achten und zu fördern. Und sie lernt, dass diese Menschen seit 50000 Jahren in einer einzigartigen Harmonie mit der Natur leben und dieser mit Ehrerbietung gegenübertreten.

 
 
Bewertung:


"Hier gab es nur Erde, Himmel und uraltes Leben, hier waren die prähistorischen Kneifschalen, Reißzähne und Klauen noch immer gegenwärtig, aber diesem furchtlosen Volk konnten sie nichts anhaben."
 
Wenn ihr hier mein Lob zu diesem Buch lest, denkt es euch einfach mal etwa dreifach stärker, dann kommt es vielleicht an das Buch heran. Nachdem ich die letzte Seite dieses Buches fertig gelesen hatte, saß ich einfach still eine Weile auf meinem Bett und habe nachgedacht. Ich kann die unglaubliche Tiefe der Botschaft, die hinter dem bisschen Papier und Druckerschwärze versteckt ist nicht in Worte fassen, also lest es!!!

Die amerikanische Originalausgabe erschien unter dem Titel "Mutant Message Down Under", was ich persönlich passender wenn auch weniger schön klingend finde als "Traumfänger". Das Cover ist einfach wunderschön gestaltet mit dem orangenen Sandmuster und den gemalten heiligen Tieren die die Aborigines auf der Haut tragen wenn sie etwas feiern. Es passt einfach perfekt zu dem Buch und versetzt einem beim Ansehen schon gleich in den Zauber einer fremden Welt. Auf meiner Ausgabe ist noch der Eyers Rock bei Sonnenaufgang zu sehen, was dem Ganzen noch eine leuchtende Note verleiht.
 
 Jedes der 30 Kapiteln trägt eine passende Überschrift und voran gestellt ist ein Vorwort in dem die Autorin versichert, dass das Buch frei erfunden ist, aber auf wahren Ereignissen basiert und durch diese Erfahrungen inspiriert eine überwältigende Botschaft in sich trägt. In vielen Kritiken zu diesem Buch habe ich gelesen, dass das Buch absolut unehrlich und alles erstunken und erlogen ist und ich habe mich wirklich aufgeregt. Wer heftig Kritik am Buch übt, muss sich die Frage gefallen lassen, ob er überhaupt verstanden hat was das Buch damit sagen will.
 
Kritik ist immer einfach wenn man den Standpunkt eines anderen nicht akzeptieren möchte weil er von der eigenen Meinung abweicht.
Aber seien wir doch mal ehrlich mit uns und anderen, denn was dort gesagt wird hat doch einen Hintergrund.
Warum also nehmen wir uns nicht mal die Zeit und denken darüber nach statt hier wie so üblich in unserem Land, erstmal rumzumeckern und zu zetern, weil uns etwas mal wieder nicht passt?
Also liebe Leute, die sich über den "Verrat" an den Aborigines aufregen, lest doch mal das Vorwort:
Es geht hier nicht um eine historisch korrekte Abhandlung über die Ureinwohner Australiens! Es ist völlig nebensächlich, dass das Buch in Australien spielt, es hätte auch Afrika oder der Dschungel sein können. Wichtig ist die Botschaft die dahinter steckt!


"Nur wer sich selbst liebt, kann andere lieben. Positive Gedanken ziehen positives an, negative ziehen negatives an. Wenn man das Universum um Hilfe bittet, kommt die Hilfe auch!"
 
 
Das klingt für die ganz "Schlauen" natürlich nach "Eso-Glückskeks-Gelaber", ist aber einfach unheimlich wichtig und in dem Buch wunderbar rübergebracht: Vertrauen in sich, Vertrauen in die Welt, Vertrauen in die Kräfte des Geistes und die Gesetze des Universums.
Woran unsere Zivilisation am meisten krankt, ist die Angst. Angst vor Krankheit, Armut, Verlust, Körperfülle, Alter, anderen Kulturen, überhaupt der Zukunft. Von "oben" werden diese Ängste mit Hilfe der Medien kräftig geschürt, denn auf ihnen beruhen schließlich die meisten Gewinne in den größten Branchen der Erde (Pharma, Militär, Versicherungen, Kirchen, Schlankheitskuren  um nur einige zu nennen).
 
Der Stamm der "Wahren Menschen" sieht sich als die letzten wahren Menschen auf der Welt, da sie schon seit immer da gewesen waren, 50000 Jahre in denen sie keine Wälder vernichtet, kein Wasser vergiftet und keine Pflanzen und Tiere ausgerottet haben. Und obwohl sie sich keine Umweltsünden zuschulden kommen lassen haben, haben sie immer über genügend Nahrung und Obdach verfügt. Sie haben viel gelacht, geweint, ihre Leben sind lang, ausgefüllt und gesund und wenn sie diese Welt verlassen, tun sie das mit Zuversicht in den Seelen. Es sei nicht die Natur des Menschen, so zu leben und sich an den Wert des Materiellen zu klammern und deshalb nennen sie die Menschheit "Die Veränderten".

Ein Zitat des Ältesten Königlicher Schwarzer Schwan hat mich besonders berührt:
 
 
"Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss vergiftet und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann!"

Der Schreibstil ist sehr beschreibend und man begleitet die Autorin gerne auf ihrer Reise durch die Hitze de Busches.
Was mich etwas verwirrt hat, ist die Art "Kopf-zu-Kopf-Kommunikation", die die Aborigines anzuwenden scheinen. Auch das ein Knochenbruch innerhalb von wenigen Tagen ausheilt, nur mit Gedankenkraft, fand ich ehr seltsam. Doch das soll wohl nur eine Art Metapher sein.
Wichtig ist doch die Botschaft: Wenn du gesund werden oder - noch besser - sein möchtest, gib deinem Körper das Gefühl, perfekt und gesund zu sein, anstatt immer nur nach Krankheitsanzeichen zu suchen oder über die Krankheit zu jammern. Und dass erstaunliche Dinge möglich sind in diesem Bereich, dürfte sich auch in die finstersten schulmedizinischen Bunker herumgesprochen haben!
 
Die Handlung des Buches ist eigentlich recht überschaubar, eine Frau, die mit einer Gruppe Ureinwohner durch den Busch wandert. Doch was zählt, ist die versteckte Botschaft, die vielen kleinen Lehren und Schlüsse, die die Hauptperson auf der Reise bei scheinbar unbedeutenden Ereignissen zieht. Am Anfang fand ich es schwierig mich mit Marlo zu identifizieren, da sie 50 Jahre alt ist und in der Ich-Perspektive erzählt. Später geht sie jedoch über, die meiste Zeit von "wir" oder "uns" zu sprechen in dem sie den ganzen Stamm mit einschließt. Sie demonstriert damit den Gruppenzusammenhang in dem keiner den anderen irgendwie beeindrucken oder ausstechen muss da jeder einfach so akzeptiert wird, wie er ist. Wie sie sich und ihre Einstellungen während dem Walkabout verändert ist einfach nur spannend zum mit verfolgen.

Jeder sollte dieses Buch lesen, vor allen Dingen die, die mit sich, ihrer persönlichen Situation, mit Gott und der Welt, unzufrieden sind.
Alle Menschen, die Verantwortung dafür tragen, dass diese unsere Welt uns erhalten bleibt, sollten  ebenfalls unbedingt mal ein Blick hineinwerfen. Sie sollten einmal inne halten in ihrem Streben nach Macht und Reichtum und ihrer Gier und Skrupellosigkeit bei der Ausbeutung unserer wertvollen Naturschätze.
 
Ich will damit nicht sagen, wir alle müssen zurück zur Natur. Wir sollten schon froh sein, über unseren erreichten, zivilisierten Wohlstand. Aber wir sollten daran denken, dass die uns verbliebene Natur das größte und kostbarste Geschenk ist, das wir haben.
Wenn es das ist, was Marlo Morgan mit diesem Werk beabsichtigte, dann hätte es seinen Sinn und Zweck erfüllt, egal ob die Reise jetzt nun auf wahren Ereignissen basiert oder nicht, mich hat sie auf jeden Fall damit berührt.
 
 

Fazit:


Es gibt Bücher, die werden gelesen und hinterher adacta gelegt, ohne sie noch eines besonderen Gedankens zu würdigen. Andererseits gibt es Bücher, die ergreifen, überraschen, berühren und lassen auch lange nach der Lektüre nicht los. Zu dieser zweiten Gruppe gehört unbestreitbar dieses Buch. Das Werk führt den Leser in die faszinierende Kultur, die Geheimnisse und das weitestgehend unverfälschte Leben eines Aborigines-Stammes.
Es werden unglaubliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Überlebensmethoden eines zum Aussterben verurteilten Volkes aufgezeigt. Themen wie das Verhältnis des Menschen zur Natur oder die Wertigkeit von Besitz und Luxus werden beleuchtet und sorgen dafür, den Leser zum Nachdenken zu bringen.
Es gibt wenige Bücher, die eine nachhaltige Wirkung ausüben. Marlo Morgans "Traumfänger" zählt jedoch zweifelsohne dazu. Also gebe ich dem Buch entgegen aller Kritik gerne 5 Sterne.
 


Hier noch ein paar passende Zitate:


„Menschen leben nicht, wenn sie wütend, traurig, voller Selbstmitleid oder Angst sind.“


"Aus Erfahrungen sollten wir lernen und schließlich herausfinden, was uns Schmerz und was uns Freude bereitet.“


"Nicht alle Menschen, die atmen, sind auch lebendig.“


"Es ist nichts dagegen einzuwenden, auch negative Gefühle auszuprobieren, um sie einmal kennenzulernen, aber sie sind doch kaum etwas, bei dem ein kluger Mensch verweilen möchte.


"Wir müssen bei unserem Wissensdurst einen Satz beachten: Wenn es zum Besten allen Lebens auf der Welt ist.“


„Mit leeren Händen geboren,
mit leeren Händen gestorben.
Ich habe das Leben in seiner ganzen Fülle kennengelernt,
 mit leeren Händen.“


Weißt du, wie lange die Ewigkeit ist?“
„Ja, ich weiß es!“
"Bist du dir wirklich sicher?"
„Ja, ich weiß es!“
„Gut! Dann können wir d
ir etwas anvertrauen....“


"Es gibt nur einen Weg, eine Prüfung zu bestehen. Man muss sich ihr stellen."


"Wir sind nur Gäste hier,
in dieser Zeit
,
an diesem Ort.
Wir alle sind Durchreisende.
Unser Ziel ist es
zu beobachten,
zu lernen,
zu wachsen,
und zu lieben –
und dann kehren wir wieder heim,
zurück nach Hause … "
 
 
"Der Mensch hat das Netz des Lebens nicht gewebt, er ist nur ein Strang dieses Netzes. Was immer er dem Netz antut, tut er sich selbst an."


"An einem der Wertesysteme in dieser Welt schien etwas nicht zu stimmen, schloss ich. Aber es handelte sich dabei wohl kau, um das dieser primitivsten Menschen im sogenannten Never-Never-Land des australischen Buschs."

 
"Die Weisheit dieses Volkes erstaunte mich immer wieder aufs Neue. Wenn doch nur sie es wären, sie sie Welt regierten, wie anders würden die Menschen miteinander umgehen."

"Lieber Gott, bitte lass mich das, was ich ändern kann, gelassen hinnehmen. Gib mir Mut, das zu ändern, was ich ändern kann und gib mir die Weisheit, zwischen beiden Dingen zu unterscheiden!"

 
"Wir wollen nicht über die "Veränderten" richten. Wir beten für sie und entlassen sie in diese Welt, so wie wir für uns beten und uns in die Ewigkeit entlassen. Wir beten, dass sie ihre Handlungsweisen und Werte genauer betrachten und lernen, dass alles Leben eins ist. Wir beten, dass sie damit aufhören, die Erde und sich selbst zu zerstören. Und wir beten, dass unsere Botin in der Welt der Veränderten gehört und erhört wird!"

"Wir werden uns wieder treffen, ohne die Last unserer Menschenkörper!"


"Vielleicht läge die Zukunft der Welt in besseren Hände, wenn wir endlich Abstand davon nehmen würden, ständig Neues zu entdecken und uns statt dessen auf unsere Vergangenheit besännen."

...

Montag, 26. September 2016

Montagsfrage 26. September 2016


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Hallo da draußen <3 
Hier kommt mal wieder meine Antwort zur allwöchentlichen Montagsfrage der lieben Buchfresserchen.

Welches Buch hast du zuletzt aufgrund der Rezension eines anderen Buchbloggers gelesen?

 
Also ich bin mir nicht mehr zu 100% sicher welches Buch das letzte war, das ich aufgrund einer Rezi gelesen habe aber ich glaube es war These Broken Stars von Amie Kaufman, welches mir sehr gut gefallen hat. Meistens ist es bei mir aber so, dass ich mir ein Buch auch kaufe, wenn ich sehe, dass sehr viele Blogger oder generell Leser das Buch gelesen haben und wenn die Kritik sehr gut ausgefallen ist.
 In den meisten Fällen gefällt mir das Buch dann auch sehr gut!

Erinnert ihr euch noch an das letzte Buch, das ihr aufgrund einer Rezension gelesen habt?

LG Magda <3

Die Schattensurfer


 
 Allgemeines:

Titel: Die Schattensurfer
Autor: Hubert Wiest
Genre: Science-Fiction / Dystopie
ISBN: 978-1493556175
Preis: 13,99€ (Taschenbuch)
Link: Hier klicken! 



Inhalt: 

"RUHL ist gut. RUHL hilft dir. RUHL weiß, was du willst."

Sansibar kann es nicht erwarten, endlich im Netzwerk von RUHL aufgenommen zu werden. 
Sie paukt für die Prüfung und ist bereit alles zu geben. 
Nur ein Geheimnis will sie mit niemandem teilen.

Für Luan bricht die Welt zusammen, als ihm wegen eines Diebstahls jede Zukunft genommen wird. 
Denn Luan hat nur ein Ziel: Er möchte Programmierer werden. 
Da erhält er ein unglaubliches Angebot, das ihn direkt in die verbotene Schattenstadt führt. 


Meine Meinung:

DISCLAIMER:  Zu Aller erst einmal vielen lieben Dank an Hubert Wiest, der uns großzügigerweise ein Rezensionsexemplar dieses Buches zur Verfügung gestellt hat!

Eine futuristische Welt, ein Netzwerk, das alle Menschen kontrolliert, ein riesen Vergnügungspark und ein weltklasse Programmierer (Uuuund eine Ratte mit Irokesen-Schnitt!!!). All das und noch viel mehr gibt es in Hubert Wiest's Dystopie "Die Schattensurfer"
Die Zukunft. Die Menschen leben scheinbar glücklich in einer Gesellschaft, in der alle ihre Gedanken einem Netzwerk zur Verfügung stellen um das ganze Potenzial der Menschheit auszunutzen. Ein Netzwerk namens RUHL. Um ein vollständiges Mitglied dieser Gemeinschaft zu werden, muss jeder eine sogenannte Kristallprüfung ablegen. Nachdem er diese bestanden hat bekommt er einen anfangs durchsichtigen Kristall, der sich durch gute Taten für die Gesellschaft, immer einen farbton dunkler färbt.

Luan hat beide Eltern verloren und lebt bei "Häppy Kidz" einem Waisenhaus. Als dort etwas schiefläuft, wird ihm verboten seine Kristallprüfung abzulegen und er beschließt kurzerhand von diesem Ort zu fliehen und unterzutauchen. Als er durch zufall schließlich in der Schattenstadt bei den Schattensurfern landet, eine Gruppe von Programmierern die neue Attraktionen für den berühmten Lunapark entwerfen, beginnt ein Haarsträubendes Abendteuer, welches sein Leben komplett verändern wird.

Sansibar hingegen lebt glücklich, zusammen mit ihrem Vater, in Mallinport und bereitet sich voller Eifer auf ihre anstehende Kristallprüfung vor. Sie kann es kaum erwarten endlich ein vollständiges Mitglied von RUHL zu werden. Aber Sansibar hat ein Geheimnis, welches sie auf gar keinen Fall preisgeben will...

Wie ihr vielleicht schon wisst bin ich ein absoluter Dystopien-Junkie, weshalb "Die Schattensurfer" schonmal total in mein Beuteschema gefallen ist. Der Schreibstil ist locker und total flüssig, sodass ich überhaupt keine Probleme hatte voll und ganz in die Welt von Luan und Sansibar einzutauchen.
 Diese Beiden haben mir ebenfalls gut gefallen. Luan ist anfangs zwar etwas naiv und schnell beleidigt aber er reißt sich im Laufe des Buches zusammen und wird sogar richtig erwachsen. Abgesehen davon, dass er ein wahnsinns Talent hat was das Programmieren angeht, ist er auch so total clever und gerissen. Nur eine kleine Sache hat mich gestört und zwar, dass er irgendwie immer der kleine Held war. Er macht zwar auch Fehler aber manchmal war er einfach ein bisschen zu genial.
Sansibar war mir am Anfang allerdings etwas unsympathisch. Sie war extrem naiv und total überzeugt davon, dass RUHL ausschließlich Gutes bringt und dass ihr Leben nach der Kristallprüfung einfach perfekt wird. Allerdings macht auch sie im Laufe des Buches eine krasse Entwicklung durch und wird ebenfalls erwachsener. 
Auch wenn das Buch etwas langsamer anläuft, entwickelt sich dann im Laufe der Geschichte doch immer mehr Spannung, bis diese in einem großen Showdown endet.

Zu der Idee, die hinter der Geschichte steckt kann ich ebenfalls nur sagen, dass ich sie sehr cool finde. Die Story ist wirklich originell und etwas, meiner Meinung nach, total Neues. Besonders die Idee mit dem Lunapark hat mich total fasziniert und ich habe mir beim lesen nichts sehnlicher gewünscht, als selber in den Lunapark gehen zu können! 


Fazit:

Hubert Wiest's Dystopie "Die Schattensurfer" ist wirklich etwas für jedermann! Sie überzeugt mit einer sehr originellen Idee, viel Lesespaß und einer Menge Spannung.
 

(Bildquelle: Hier! )

Samstag, 24. September 2016

Das Land der verlorenen Träume




Allgemeines:

Titel: Das Land der verlorenen Träume
Autor: Caragh O´Brien
Genre: Science-Fiction
ISBN: 978-3453267282
Preis: 16,99 € (gebundene Ausgabe)
8,99 € (Taschenbuch)
7,99 € (Kindle-Edition)
Weitere Bände: Die Stadt der verschwundenen Kinder;
Der Weg der gefallenen Sterne

 
Inhalt:
 
"Sylum war genauso schlimm wie die Enklave -
bloß dass die Frauen hier das Sagen hatten."
 
Die sechzehnjährige Gaia Stone, eine junge Hebamme, muss aus ihrer Heimat fliehen, mit nichts als den Kleidern am Leib und ihrer neugeborenen Schwester Maya im Arm. Alles wurde ihr genommen – sind doch ihre Eltern ermordet und die Liebe ihres Lebens verhaftet worden, und die zerstörte Welt, in der sie lebt, straft unbarmherzig jede Schwäche. Als ein Fremder sie mitten im Ödland vor dem Verdursten bewahrt, scheint sie zunächst gerettet. Doch das Dorf des Fremden nimmt Gaia erst die Schwester und dann auch noch die Freiheit. Verzweifelt und entmutigt gibt sie beinahe auf. Schließlich besinnt sich Gaia jedoch darauf, dass vor allem anderen das Leben zählt – und sie stellt sich ihrem Schicksal, ihrer Verantwortung für ihre Schwester und einer neuen, zarten Liebe …

 
 
Bewertung:
 
"Klammere dich nicht länger an ein Ideal, das hier niemals zu erreichen sein wird.
Fang wieder an zu leben, Gaia."

Direkt auf der ersten Seite wird man schon wie im Vorgängerband mitten in die Handlung hineingeschmissen. Gaia muss durch das Ödland fliehen und sucht den Ort auf, zu dem auch schon ihre Großmutter geflüchtet ist. Relativ schnell kommt sie auch dort an, doch es ist keineswegs besser als in der Enklave.
In Sylum herrschen nämlich die Frauen. Diese sind zwar in der Unterzahl, weswegen das Dorf auch auszusterben droht, aber Männer haben nichts zu sagen und fügen sich. Gaia kommt also vom Regen in die Traufe, denn natürlich kann sie sich mit Regeln, die ihr zuwider sind nicht anfreunden und rebelliert.
 
Den ersten Teil von Caragh O'Briens Geschichte um die Hebamme Gaia fand ich bereits klasse, aber der zweite Teil stellt den ersten jetzt noch einmal ordentlich in den Schatten. Die Autorin schafft hier eine unglaubliche Gemeinschaft, die in sich funktioniert und sogar logisch scheint, obwohl eigentlich alles in einem rebellieren will. Es ist schwierig dieses System zu hassen und man findet sich als Leser in einer Zwickmühle wieder. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was wohl der bessere Ort für Gaia und ihre Schwester Maya wäre, die Enklave mit ihrem kleinen Vorort oder Sylum?
Sylum ist das perfekte Beispiel für Unterdrückung. Doch dieses Mal sind es nicht die Männer, die die Frauen unterdrücken, sondern es ist genau andersherum. Die Männer sind in der Überzahl und auf die Frauen angewiesen, da nur wenige Mädchen geboren werden. Frauen sind dadurch ein so kostbares Gut, dass sie über das Dorf herrschen und die Entscheidungen für die Gemeinschaft treffen. An der Spitze dieser Gemeinschaft steht die Schwesternschaft, die sich in dem Mutterhaus aufhalten. Sie sind eine Art "Rat" die die Matrarch (das Oberhaupt der Gemeinschaft) beraten und bei ihren Entscheidungen helfen. Die Schwesternschaft und die Matrarch sind, wie viele andere Herrscher auch, in ihrer Meinung völlig festgefahren und sehen sich stets im Recht. Eine Meinung, die Gaia ins Wanken bringt. 


"Gaia konnte über diese plötzliche Zurschaustellung von Macht nur staunen. Die Matrarch beeinflusste die Menschen nicht direkt; was sie tat, war viel gewaltiger: Wie ein Blitzableiter bündelte sie das, was bereits in ihnen war, und gab ihm eine Richtung.”


Während des Lesens war ich so oft hin und her gerissen zwischen Abneigung gegen die Matrarch, Lady Olivia, die gewählte Anführerin Sylums, und Verständnis für sie und ihre Entscheidungen. Einfache schwarz/weiß Malerei gibt es in diesem Buch nicht, niemand ist einfach nur böse oder einfach gut, jede Figur wird so menschlich dargestellt wie nur irgendwie möglich und ich denke, genau das zeichnet diese Autorin auch aus. Während der erste Band klar eine Dystopie war, kann ich diesen Teil sehr schlecht kategorisieren. Sie entwirft einfach so authentische Figuren, man kann sich einfach jede einzelne in ihrem Handeln vorstellen, ich hatte alle Personen vor Augen, habe ihre Worte in meinem Kopf gehört. Und das schafft sie, ohne sich in zu viele Details zu verlieben, ohne dass es langatmig wird.

Gaia ist wieder genauso super wie im ersten Teil, sie entwickelt sich aber ordentlich weiter und wird noch erwachsener und reifer als zuvor. Obwohl sie in dieser Gesellschaft als Frau mit Kind und vor allem als Hebamme hoch anerkannt ist, rebelliert sie in ihrer Rolle und freundet sich gleich mit den Außenseitern an.
Die restlichen Charakter sind ebenso aufwändig und nachvollziehbar gestaltet. Es ist wirklich von allem etwas dabei, sodass ich zwischendurch sogar das Gefühl hatte, dass Gaia neben ihnen manchmal etwas blass wirkt.

Bei einem Spaziergang hört sie plötzlich Schreie und findet sich plötzlich mitten in einer Entbindung wieder. Josephine, eine Libbie, eine "Ausgestoßene", bekommt ihr Kind. Mit ihren Kenntnissen als Hebamme meistert Gaia die Entbindung erfolgreich. Und tatsächlich... Das erste Mal seit Jahren wird ein Mädchen in Sylum geboren! Die Kleine erhält den Namen Junie. Die zwei Mädchen sind einfach hinreißend, genau wie Peony, die sich zu ihrer Freundin im Mutterhaus entwickelt. Auch der nette Alte Norris, der im Mutterhaus kocht habe ich sofort ins Herz geschlossen.
Sie bekommt als eine der wenigen Frauen auch plötzlich einige Verehrer. Neben Chardo Peter hat auch dessen Bruder, Chardo Will, ein Auge auf sie geworfen. Dieses verzwickte Liebesdreieck entwickelt sich seltsamerweise auch bald zu einem Liebesviereck als Leon auftaucht. Natürlich kann sie sich nicht entscheiden, denn alle drei Männer sind wirklich Klassen dargestellt. Jeder ist komplett anderes, hat aber doch etwas für sich.

Chardo Peter, aufgewachsen in Sylum, ist einerseits bodenständig, andererseits aber auch abenteuerlustig. Er wird nur von allen Peter genannt und war mir von Anfang an sympathisch. Er hat Gaia sozusagen im Ödland gerettet und macht sich nun Hoffnung. Aber hat diese Liebe tatsächlich eine Chance?
 
Bei Chardo Will, eigentlich nur Will, entdeckt Gaia Gemeinsamkeiten, welche sie bisher noch bei niemanden entdeckt hat. Er ist intelligent und zurückhaltend. Er fordert Gaia nicht auf, auf seine Seite zu kommen und sich für ihn zu entscheiden. Nur einmal überschreitet er diese Grenze kurz und tritt sogleich den Rückzug an...
 
Die Autorin hat aus Leon in diesem Buch einen ganz anderen Charakter gemacht. Man zweifelt genau wie Gaia daran, ob man ihn jemals richtig gekannt hat. Er verhält sich unmöglich und die Magie zwischen ihm und Gaia ist wie weggeblasen! Zwar war der Konflikt in den Ansätzen sehr gut erklärt, aber die meiste Zeit war einfach sehr unklar, warum Leon sich nun so gegensätzlich verhält, was mich sehr verwirrte. Das fand ich wirklich schade, auch wenn alles sich am Schluss um etwa 360° wendet, wie ich schon verraten darf! Im Rückblick betrachtet, gefällt mir sein Verhalten sehr, da es realistischer ist als in gewissen anderen Büchern, in denen alle allen alles sofort verzeihen.

Der Schreibstil der Autorin bleibt auch hier wieder wunderbar lebendig und eindringlich. Man kann sich bestens in Gaia hinein versetzten und spürt ihre Ängste und Sorgen, um sich selbst und ihre Schwester. Genau wie sie, bangt man mit, freut sich, als sie endlich den Ort der Sicherheit erreicht hat, nur, um erneut vor den Kopf gestoßen zu werden. Die Geschichte baut direkt zu Beginn sehr viel Spannung auf und sofort findet man sich im Geschehen wieder. Die Idee der Stadt inmitten eines Ödland und all ihren Geheimnissen und Regel fand ich sehr gelungen. Als Leser findet man sich an einem Ort wieder, den man wie Gaia erst einmal verstehen muss und das fällt nicht leicht. Man ist geschockt und verärgert über die Zustände und das Leserherz schlägt eindeutig für Gaia als sie dem System dort den Kampf ansagt. Es ist wieder ein auktorialer (=allwissender Erzähler) und dieser hat mir in der Vergangenheitsform neben der Ausgestaltung des Plots auch alle Charaktere glaubhaft nähergebracht. Kleinere Unebenheiten, Disharmonien und Rechtschreibfehler haben mich kaum gestört, so gefesselt war ich.
 
Die Aufmachung ist wieder hübsch anzusehen. Wie schon beim ersten Teil sieht man die zwei, sich ansehenden Gesichter. Dass das Cover hier orange ist passt sogar zur Wüste und auch diese hellen Schlieren könnte man als aufgewirbelten Wüstensand deuten. Vergleicht man das aber nun mit dem Originalcover, dann kann das deutsche hier leider nicht mithalten. Allein, dass das Monokel hier abgebildet ist... Es hat einen Bezug zur Geschichte und ist zusätzlich auch schnell zu erkennen, weil es eher besonders ist als das deutsche Cover. Was mir sehr gut gefallen hat, sind wie schon im ersten Teil die vielen Rätsel und Codes, die es zu entschlüsseln gilt und bei deren Auflösung der Leser mitwirken darf.


 
Fazit:
Wer "Die Stadt der verschwundenen Kinder" gelesen und geliebt hat, wird von "Das Land der verlorenen Träume" noch mehr begeistert sein. Wieder einmal überzeugte mich O'Brien mit einer fesselnden Handlung, wunderbarem Schreibstil und glaubhaften Charakteren bis zur letzten Seite. 
Ich habe das Buch verschlungen und werde es in nächster Zeit bestimmt nicht wieder ausspucken!
 
 

Hier noch das Originalcover: