Dienstag, 5. September 2017

Sakrileg - The Da Vinci Code

 
Allgemeines:
 
Titel: Sakrileg - The Da Vinci Code
Autor: Dan Brown
Verlag: Bastei Lübbe (Dezember 2012)
Genre: Thriller
ISBN-10: 3404154851
ISBN-13: 978-3404154852
Seitenzahl: 640 Seiten
Preis: 8,99€ (Kindle-Edition)
9,95€ (Taschenbuch)
11€ (Gebundene Ausgabe)
Weitere Bände: Illuminati;
Das verlorene Symbol;
Inferno
Link: Hier klicken!

 
 
Inhalt:
 
Auf der Suche nach dem Da Vinci Code ...

Robert Langdon, Symbolologe aus Harvard, befindet sich aus beruflichen Gründen in Paris, als er einen merkwürdigen Anruf erhält: Der Chefkurator des Louvre wurde mitten in der Nacht vor dem Gemälde der Mona Lisa ermordet aufgefunden. Langdon begibt sich zum Tatort und erkennt schon bald, dass der Tote durch eine Reihe von versteckten Hinweisen auf die Werke Leonardo da Vincis aufmerksam machen wollte - Hinweise, die seinen gewaltsamen Tod erklären und auf eine finstere Verschwörung deuten. Bei seiner Suche nach den Hintergründen der Tat wird Robert Langdon von Sophie Neveu unterstützt, einer Kryptologin der Pariser Polizei und Enkeltochter des ermordeten Kurators. Eine aufregende Jagd beginnt ...

 
Bewertung:
 
"O, draconian devil, oh lame saint"
 
Nachdem ich Dan Browns Mega-Bestseller "Illuminati" mit Vergnügen gelesen habe, habe ich mir gleich alle nachfolgenden Bände bestellt. Ein Fehler, wie sich herausstellte. Nachdem dieses Buch nun schon seit einem halben Jahr angelesen auf meinem Nachttisch lag, habe ich mich nun endlich zusammengerissen und es fertig gelesen. Ich kann es absolut nicht leiden, Bücher abzubrechen und mache das aus Prinzip auch eigentlich nicht, doch hier war ich kurz davor. Nicht etwa weil das Buch schlecht war - man hat es hier wieder mit einem intelligenten Thriller zu tun - sondern einfach weil das Konzept so bekannt war und ich mit jedem weiteren Satz an "Illuminati" erinnert wurde, bis ich einfach nur gelangweilt war.


Das Cover wie immer zuerst: Es ist recht schlicht gehalten mit dem zerbrochenen Altar in Rot, von dem ein Kreuz an einer Perlenkette herunterhängt. Rundherum nur Schwärze. Ich finde es wieder recht hübsch und ansprechend, da es nichts aussagt und geheimnisvoll wirkt. Ich habe in der Bücherei auch mal einen Blick in die illustriere Ausgabe geworfen und muss echt sagen, dass es sich lohnt, diese Ausgabe zu kaufen. Die Idee, zu diesem Roman eine illustrierte Ausgabe herauszubringen, finde ich vorweg gesagt eine super Idee. Die Handlung mit ihren vielen historischen und verschwörerischen Fakten und Theorien bietet sich geradezu an, neben der textlichen Handlung auch durch zahlreiche Farbabbildungen, Skizzen und Karten zu umrahmen. So wird es dem Leser erleichtert, der Handlung zu folgen und bildhaft nachzuvollziehen, was uns der Autor sagen möchte.

"Der Mensch bemerkt selten das, was ihm direkt vor Augen liegt!"

 
Wenn man mal am Lesen ist, rutsch man schnell durch die Geschichte, doch gerade in den ersten 2 Drittel konnte ich mich kaum dazu motivieren, weiterzulesen und hatte gleich mehrere komplette Leseflauten. Doch worum genau geht es hier? Wieder um Probleme mit der Kirche und einem Geheimorden, die Jagd Langdons mit einer Frau durch eine Stadt, auf der Spur eines alten Künstlers um ein altes Geheimnis aufzudecken, währenddessen verfolgt von Polizei und anderen Parteien. Wem kommt das bekannt vor? Euch auch?
 
Der Symbolologe Robert Langdon sitzt in der Klemme. Er gilt als Hauptverdächtiger im Fall Jacques Saunière, des ermordeten Direktors des Louvre, und gerät als solcher in die Fänge von Capitaine Bezu Fache, der als überaus gerissener Ermittler gilt. Saunière hatte im Todeskampf einen Hinweis auf Langdon gegeben. Mithilfe von Sophie Neveu, der Enkelin des Ermordeten, gelingt Langdon die Flucht. Beide sind der Überzeugung, dass Saunière vielmehr Informationen über eine Verschwörung des Opus Dei und der katholischen Kirche liefern wollte. Im Verlauf einer atemlosen Flucht von Frankreich nach England haben Langdon und Neveu knifflige Codes zu knacken, um Saunières Geheimnis zu lüften, der sich als Großmeister der Geheimorganisation Prieuré de Sion entpuppt. Auf ihren Fersen befindet sich nicht nur die Polizei.
 
Denn ihrer Flucht vor Fache kommen die zwei hinter ein furchtbares Geheimnis: die katholische Kirche soll die gesamte Christenheit fast 2000 Jahre lang belogen und Frauen um ihr angestammtes Recht gebracht, bedroht und als Hexen auf Scheiterhaufen verbrannt haben! Denn nicht Petrus sollte Jesus Kirche übernehmen, sondern eine Frau!
 
Die katholische Kirche war über dieses über 600 seitendickes Buch schockiert, so wie manche radikale Christen. So hat das Buch eine Welle aus Schock und Begeisterung ausgelöst. Doch Achtung! Auch wenn Dan Brown all seine Thesen glaubwürdig als Fakten verkauft - wir befinden uns hier immer noch auf der rein fiktiven Ebene eines Thrillers und seine Behauptungen sind fast alle bewiesenermaßen Unfug, der aber zugegeben, klasse verpackt wurde. Deshalb verstehe ich die Motzerei zu dem Thema nicht. Denn wenn wir mal ehrlich sind: Warum kauft man ein Buch wie "Sakrileg"? Wohl nur, um sich einfach gut zu unterhalten und nicht weil man die hohe Literatur sucht. Und das bekommen wir auch geboten: Unterhaltungsliteratur, die man nicht für bahre Münze nehmen darf.

 
"Wenn Geschichte geschrieben wird, sind Mörder die Helden."

 
Die Frage ist nur, wie hoch der Unterhaltungswert war. Und hier setze ich meine Kritik an. Für meinen Geschmack, begann die Geschichte etwas zu schleppend, es baute sich zwar immer wieder Spannung auf, die aber durch ständige Parallelen zu seinem Vorgängerband schnell verflog.
Ich musste immer mehr feststellen, dass das Ganze ein bisschen ein Illuminati-Abklatsch war: der Protagonist Robert Langdon, der wieder unbeabsichtigt zwischen die Stühle der Kirche und dessen Gegner gerät, diesmal wieder ein Geheimbund mit vielen Rätsel, die es zu lösen gilt. Zudem wird ihm noch eine hübsche junge Frau zur Seite gestellt, die ihm helfen soll, die ausweglose Situation nochmal umzudrehen. Ich wurde trotzdem gut unterhalten, als ich mal drangeblieben bin, doch das viel mir echt schwer. Die aufregende und abenteuerliche Handlung kommt dem Leser realistisch nah und wenn man sich mit der Geschichte einmal verhakt hat, kommt man nicht mehr los. Dieses Buch hat ja jetzt schon das ein oder andere Jährchen auf dem Buckel, doch der Hype, den es durch alle Generationen hinweg ausgelöst hat, ist immer noch spürbar. Bei dieser Fortsetzung kann ich mich dem Hype aber absolut nicht anschließen. Alles in allem war die Geschichte schon ganz nett zu lesen, ich hätte aber wirklich mehr Innovation und neue Ideen erwartet.
 
Stattdessen wird mit etlichen Lebensweisheiten um sich geworfen wie zum Beispiel die Zitate, die ich oben eingefügt habe. Ein wirklich schönes Zitat ist aber dieses:

 
"Der Mensch betrachtet vieles aus der Ferne, um sich seiner Angst nicht stellen zu müssen, als dass er versucht, seine Wünsche aus der Nähe zu erreichen."

 
Auch die Charaktere sind nichts Besonderes. Langdon kennen wir schon aus dem ersten Teil, so wird seiner Charakterdarstellung und Entwicklung kaum Zeit geopfert. Denn wer braucht auch schon einen Protagonisten mit Tiefe, wenn man eine Schießerei in Paris haben kann...? Naja... ich! Auch Sophie wirkte wie eine französische Kopie von Vittoria, die Langdon einfach ersetzt zu haben scheint. Auch in das Innenleben der Figuren bekommt der Leser keinen tiefen Einblick, im Vordergrund steht die spannende Handlung. Und wenn diese einen stellenweise nicht fesseln kann, bleiben nichts als leere Worte...
 
Am Ende dreht sich die Geschichte wieder um 360 Grad, was ich dann nur mit einem Kopfschütteln betiteln konnte und wobei diesmal bei mir der Aha-Effekt ausblieb.
Hm, schade!

 
Fazit:
 
Dan Brown versucht, den Hype um "Illuminati" durch mehr oder weniger eine Kopie seines Bestsellerromans zu dublieren und verliert durch allzu offensichtliche Parallelen einiges an Spannung. Wenn man dann aber mal drin ist trotzdem gut zu lesen und actionreich.
 


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