Donnerstag, 29. Dezember 2016

Am Anfang ist die Ewigkeit

 
Allgemeines:
 
Titel: Am Anfang ist die Ewigkeit
Autor: Trinity Fraegen
Genre: Fantasy
ISBN-10: 3473400955
ISBN-13: 978-3473400959
Preis: 14,99€ (gebundene Ausgabe)
9,99€ (Taschenbuch)
 
 
 
Inhalt:
 
Die 17-jährige Sasha führt das Leben eines ganz normalen Teenagers, bis sie dem mysteriösen Ajax begegnet. Ajax ist ein Sohn der Hölle - unsterblich und zu einem Leben auf der Erde verdammt. Es sei denn, er findet die ihm vorbestimmte Anabo, eine Tochter des Lichts, die ihn erlöst, damit er in den Himmel gelangen kann. Denn nur das Herz einer Anabo ist rein genug, einen Sohn der Hölle zu lieben. Sasha ist eine Anabo. Doch kann Ajax ihr Herz gewinnen?
...
 
 
 
Bewertung:
 
 „Ich bin ein Mephisto - du bist eine Anabo. Ich habe deinen Duft gefangen und das bedeutet, dass du für mich bestimmt bist." War das ein Witz ? Warum sollte sie für einen Typen aus der Hölle bestimmt sein ? Falls es überhaupt so etwas wie Vorbestimmung gab, war sie für einen stillen, klug, en jungen Mann vorgesehen, der nicht größer als eins achtzig, dunkele Haare hatte und ein Gesicht, an dem sie sich einfach nicht sattsehen konnte. Er wäre Mitglied der russisch-orthodoxen Kirche oder Anglikaner. Vielleicht sogar Jude. Aber er würde ganz bestimmt nicht aus der Hölle kommen."
 
 
Ein solches Buch ist einfach und schnell rezensiert - man liest es schnell, findet es auf Anhieb gut, fiebert mit und legt es danach wieder beiseite und denkt nicht weiter daran. Die Bewertungen sind ja insgesamt relativ durchwachsen, mir hat dieses Buch echt gut gefallen und ich kann es jedem, der ein unterhaltsames und spannendes Buch für zwischendurch sucht, nur empfehlen. Ich konnte es in einem Stück flüssig herunterlesen, da der Plot relativ einfach gestrickt ist und zugegebenermaßen einige bekannte Elemente vorkommen. Trotzdem schafft es dieser Auftakt einer neuen Jugendbuchreihe, mich gut zu unterhalten.
 
Das Cover ist in sehr düsteren Farben gehalten und gefällt mir sehr gut. Überwiegend Blau und Schwarz dominieren und schaffen eine spannende Grundstimmung. Auf dem Buchumschlag ist eine blonde, blasse, junge Frau in einem dunkelblauen Corsagenkleid zu sehen. Sie steht auf einer Brücke zwischen Ästen von verschiedenen Bäumen während es etwas schneit. Es passt sehr gut zum Buch.
Als die 17-jährige Sasha dem mysteriösen Ajax begegnet, gerät ihr Leben plötzlich völlig aus den Fugen. Die Ereignisse überschlagen sich und sie findet heraus, dass sie eine Anabo ist: eine Tochter Evas. Nur ihr Herz ist so rein, dass sie Ajax befreien kann. Denn er ist ein Mephisto, ein Sohn der Hölle, der durch einen Pakt an ein Leben auf der Erde gefesselt ist. Sasha fühlt sich zu Ajax hingezogen, aber ist sie bereit, für ihn alles aufzugeben? Während Sasha herauszufinden versucht, was sie wirklich will, wird ein grausamer Feind auf sie aufmerksam, der die Anabo um jeden Preis auslöschen will...
 
 Nur noch eins vorweg: Romantasy Fans werden auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen! Die Liebesgeschichte zwischen Sasha und Ajax ist, nun ja,... etwas chaotisch aber alles andere als stereotyp. Obwohl sie sich zu Jax hingezogen fühlt, hat sie gleichzeitig auch Angst vor dieser Beziehung, immerhin ist der ein Sohn der Hölle. In vielen Rezensionen wird das das Hin und Her der beiden kritisiert, was mich persönlich überhaupt nicht gestört hat. Gerade, dass Sasha nicht sofort auf Jax´ Werben eingegangen ist, macht die Liebesgeschichte glaubwürdig. Zwar werden einige Klischees aufgerollt, mich hat die Geschichte trotzdem packen können. Insgesamt ist die Handlung aber keineswegs auf die Lovestory fixiert sondern sehr aktiongeladen und manchmal auch etwas brutal. Die Jagd nach Eryx, einem Mephisto, der die Herrschaft über die Hölle erlangen will und dafür mit seinen Anhängern Seelen sammelt und den Bestohlenen einen Gefallen bietet, nimmt ebenfalls eine wichtige Rolle in der Handlung ein.
 
Die Grundidee mit den Mephisto, Söhne der Hölle, welche nur von einer Anabo, einer reinen Seele erlöst werden können, hat mir sehr gefallen. Wie anfällig Menschen außerdem auf eine Versuchung reagieren wird erschreckend dargestellt. Eryx gelingt es nur, so viel Macht zu erlangen, da etliche ihre Seele freiwillig für einen freien Wunsch verkaufen. Auch wie Trinity Fraegen ihre Story darüber aufzieht, fand ich gut. Zu Beginn wird der Leser ziemlich unvorbereitet in eine komplexe Struktur geworfen und muss sich in der neuen Welt zurechtfinden, die einem präsentiert wird. Da es Sasha auch so geht, als sie von ihrer Herkunft und ihrem Schicksal erfährt, passt das sehr gut.
 
 
Die Charaktere waren so naja. Sasha, eigentlich Alexandra Annenkova, ist die Hauptfigur des Romans. Sie ist eine Anabo, ein reines und perfektes Wesen, das für Gott bestimmt ist und von der noch unschuldigen Eva abstammt. Sasha ist quasi ein Engel auf Erden, der Inbegriff von Perfektion, wird dieser Rolle leider nicht gerecht. Ihr zwanghaft altruistisches Wesen und die unglaubwürdige und klischeehafte Makellosigkeit können von ihrer Schönheit und ihrem liebenswerten Charakter nicht überdeckt werden. Man hätte aus diesem Charakter viel mehr machen können, so bleibt sie etwas verschwommen.
 
Auch Ajax, genannt Jax, scheint ebenfalls an chronischer Aufopferungslust zu leiden. Er tut alles, um Sasha davon zu überzeugen, ihn als Partner zu wählen und somit zu erlösen. Da er Sasha kurzerhand ausspioniert und bei allen möglichen Szenen beobachtet, kam er mir manchmal etwas penetrant vor. Auch seine Entscheidungen und Handlungen sind oft etwas fragwürdig, was ihn an  Glaubwürdigkeit und Authentizität einbüßen lässt. Ebenso wie Sasha war er zwar grundsätzlich sympathisch, aber nicht genug ausgearbeitet um wirklich als authentische Person auftauchen zu können.
 
Zum Schreibstil der Autorin bin ich etwas zweigeteilt. Einerseits fehlten mir bei dem einfachen und schlichten Schreibstil, ein paar Wortbilder oder Beschreibungen um die Welt detaillierter hervorzuhaben. Da sie sich nicht mit ausufernden Erklärungen aufhält liest sich das Buch andererseits sehr flüssig und sorgt dafür, dass man nahezu durch die Seiten fliegen kann.
 
 
Das Ende hat mir dann sehr gut gefallen, auch wenn es für meinen Geschmack etwas zu religiös wird. Eigentlich sind alle Fragen geklärt, es lässt aber trotzdem noch Platz für eigene Vorstellungen. Den nächsten Teil, in dem es mehr um Ajax´ Brüder gehen wird, muss man somit nicht unbedingt lesen.
 
 
Fazit:
 
Wer ein tiefsinniges und hochwertiges Fantasy-Buch sucht, wird auf jeden Fall enttäuscht werden, für die Unterhaltung als Lückenfüller ist es jedoch sehr gut geeignet. Man muss ja auch nicht immer etwas geistreiches lesen ;-)
 

Dienstag, 27. Dezember 2016

Universum

 
 Allgemeines:
 
Titel: Universum
Autor: Maike Ruppelt
Genre: Science-Fiction
ISBN-10: 1502553198
ISBN-13: 978-1502553195
Preis: 12,99€ (Taschenbuch)
Weitere Bände: "Trümmerwelt;
"Verschollen"
 
 
 
Inhalt:
 
"Tötet ihn! Tötet sie alle! Tötet sie um jeden Preis! JETZT SOFORT!" (...)
Die anderen schwiegen genauso entsetzt wie ich, bis Derick schließlich krächzte: "
Tja ... sieht so aus, als gäbe es in diesem Film kein Happy End."
 
 Präsident Henneth regiert nach wie vor mit eiserner Faust und seine Macht wächst von Tag zu Tag. Verzweifelt versuchen Jackson und Cassie, im Hintergrund eine eigene Armee aufzustellen, mit der sie die Menschen aus den Krallen des Tyrannen befreien können.
 Währenddessen stoßen Sam und Josephine in den Wäldern von Specus Leonis auf das größte Geheimnis des Universums...
 
 
 
Bewertung:
 
  
DISCLAIMER: Da dies der dritte Teil der Cassie-Trilogie ist, kann es innerhalb der Rezension zu Spoilern kommen!! ;-)
 
Als ich den dritten Teil der Cassie-Trilogie in die Hand nahm, ahnte ich noch nicht, was mir bevorstand: 500 Seiten pure Spannung, Emotion und Action. Nachdem ich von dem ersten Teil "Trümmerwelt" und der Fortsetzung "Verschollen" total begeistert war, hatte ich eigentlich bestenfalls auf ein gutes Finale gehofft, doch das dieser Abschlussband der Reihe noch einmal ein Sahnehäubchen aufsetzen würde, hätte ich nicht für möglich gehalten.
 
 
"Eine Frage hätte ich dann noch: Wer bist du, dass du glaubst, es mit Henneth und seiner gesamten Flotte aufnehmen zu können?" (...)
"Ich bin jemand, der ein paar alte Fehler wieder gut machen will!"
 
 
Das Cover ist interessant. Ich weiß, wirklich viel zu sehen ist nicht und auf den ersten Blick sieht man bloß einen Sternenhimmel mit roten Schlieren, doch das reicht auch! Die schwarze Weite des Weltalls, mit einzelnen Sternen gesprenkelt, hebt sich wieder gut vom Titel ab, der in weißen Lettern über allem zu schweben scheint. Wieder passt das Cover sehr gut zum Inhalt, da vor allem der Ortswechsel gut dargestellt wird, zuerst von der Erde, die "Trümmerwelt", zum grünen Planeten Specus Leonis, dann in die Weiten des Alls. Was zuerst vielleicht schlicht wirkt, ist nach der Lektüre des Buches einfach genial. Wenn man weiß, worum es geht, passt auch der Titel perfekt - zum Cover und zum Inhalt. Insgesamt als Reihe betrachtet machen sich die Bücher so auch sehr hübsch im Regal. Mit den kurzen Ein-Wort-Titeln, dem Sternenhimmel in Scie-Fie-Manier und der Nummerierung auf dem Buchrücken, sind die einzelnen Bände ganz klar als Reihe zu sehen. Die Formatierung innerhalb des Buches hat mir ebenfalls wieder gut zugesagt. Zusätzlich ist mir die vereinfachte Darstellung der "Vereinten Planeten" und eine Tabelle mit den Namen, Besonderheiten und Eigenschaften der einzelnen Planeten zu Beginn des Buches positiv aufgefallen. Durch die vielen Reisen, Namen und Infos kann man schon mal durcheinander kommen und da ist es gut, man hat etwas, wo man ab und zu nachsehen kann!
 
 
 Erster Satz: "Genervt seufzte ich auf."
 
 
 Ja, geseufzt habe ich viel beim Lesen dieses Buches, doch ganz sicher nicht genervt! Denn auch dieser Band konnte mich wieder vollends überzeugen, sodass ich die Reihe als Ganzes nur empfehlen kann. Besonders gefallen hat mir, dass Maike Ruppelt auf keine stereotypen Vorlagen zurückgreift sondern durch neue Ideen und viel frischen Wind die Handlung aufpeppt. Dabei spielen die Charaktere, das Setting und der Plot eine recht gleichberechtigte Rolle, was sehr angenehm zu lesen war. Auf alles wird gleichermaßen Wert gelegt, wodurch ein sehr intensives Leseerlebnis kreiert wird! Unglaublich gute Einfälle faszinierten mich immer wieder und so auch in diesem Buch. Nachdem wir eine Maschine und ein gescheitertes Genie alleine in einer zerstörten Welt auf ihrer Flucht von der todgeweihten Erde begleiten durften, zugesehen haben, als das liebenswürdige Bewusstsein eben besagter Maschine in ein Raumschiff transponiert wurde und im zweiten Teil auf die Reise durch eine geheimnisvolle Waldlandschaft gehen und in einem noch interessanteren Turm leben durften, gelingt der Autorin jetzt die Krönung: Lest selbst, ich werde es euch nicht verraten ;-)  (oookaaay vielleicht doch)
 
Der Schreibstil ist wie gewohnt, ich kann mich eigentlich nur wieder wiederholen. Maike Ruppelt trifft mit wenigen Mitteln immer den richtigen Ton um die gewünschte Emotion hervorzurufen und schafft es bis ins Detail genau zu beschreiben, ohne lange abzuschweifen. Traurige, nachdenkliche, spannende, romantische aber auch lustige Szenen erschafft sie authentisch und mitreißend. In klaren aber trotzdem recht verkünstelten Sätzen fasst sie direkt einen Zustand zusammen, sodass man schnell einen Überblick über das Geschehen erhält und schnell vorankommt. Die Welt und das Innenleben der Charaktere kann man sich gut vorstellen und wird so praktisch in die Geschichte hineingezogen. Chapeau!
 
 
"Das hier war wie ein Schachspiel. Und in einem Schachspiel kam es nicht darauf an, so viele gegnerische Figuren wie möglich zu vernichten. Es kam darauf an, den König zu schlagen. Und genau das würde ich auch tun!"
 
 
Während im eher langsamen ersten Teil große Gefühle und gegen Ende Spannung dominierte und der zweite Teil durch Ortsbeschreibungen und dem Aufdecken von Geheimnissen glänzt, zeigt auch dieser Teil eine neue Seite der Geschichte auf. Maike Ruppelt veranschaulicht uns Lesern, dass sie neben Charakterdarstellungen, Beschreibungen, technischen Details und großen Gefühlen auch noch etwas anderes draufhat: Action, Spannung und noch einmal Action. Fans von großen Weltraumschlachten, heldenhaften Partisanenkämpfe und miesen Intrigen werden auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen, denn der bevorstehende Krieg um die Gerechtigkeit innerhalb der vereinten Planeten ist unvermeidlich.
 
Denn Präsident Henneths Herrschaft enthüllt immer mehr den Schrecken, der in ihm steckt und seine Maske beginnt zu fallen. Im Hintergrund erwacht Widerstand, nicht nur Jacksons und Cassies Armee formiert sich gegen den tyrannischen Machthaber... Unterdrückte Siedler, angetrieben von starken Einzelkämpfern wie George Hakes oder Melina Drowcaster, welche wir auch schon im zweiten Teil kennen und schätzen gelernt haben, planen einen Angriff. Die Darstellung des Krieges in diesem Buch hat mir ebenfalls gefallen - soweit einem Krieg überhaupt gefallen kann. Denn nicht wie in anderen Büchern, als im letzten Moment doch noch alles gut wird oder durch ein Wunder niemand von der "guten Seite" stirbt, wird hier erbarmungslos und direkt von einem Gemetzel erzählt, das grausam erscheint ohne blutig werden zu müssen.
 
 
"Alles in Ordnung?"
Sie seufzte und setzte sich neben mich. "Ja. Ich bin nur ein bisschen gestresst. Du weißt schon - wegen unserem bevorstehenden Tod und so..."
"Wir werden gewinnen!", sagte ich fest.
Bea lächelte. "Natürlich werden wir das. Ich frage mich nur, um welchen Preis!"
 
 
Was dem Buch aber noch den ganz Besondern Touch verleiht, das neue faszinierende Detail, von dem ich schon gesprochen habe, das sind die Kapitel auch der Perspektive von Sam oder Josy. Denn die beiden stoßen tief in den Wäldern von Specus Leonis auf das größte Geheimnis des Universums - und NEIN, falls ihr das jetzt denkt, es sind keine Aliens, sondern was viiieeel Cooleres!!!
 
 
 
!!!!Achtung: Spoiler!!!
 
Ich hoffe, die, die diesen Spoiler lesen, haben das Buch schon gelesen oder haben nicht vor es zu lesen -in dem Fall: Schämt euch-, denn wenn man dieses Geheimnis schon kennt, fehlt euch dieser "OMG-Moment", welcher einfach zum Plot dazugehört. Also haltet euch fest: Das Buch erzählt von einem Bewusstsein des Universums selbst, welches mit dem Urknall entstand und seitdem immer weiter wächst, sodass es voller Schmerzen auf sein Ende zusteuert. Um dieses Ende hinauszuzögern, schlief es Jahrtausende lang, bis unsere zwei Charaktere aus Teil 2 es aus Versehen durch ihre Anwesenheit weckten. Als die Autorin den geheimnisvollen Turm, in dem Josy und Sam wohnten in einen Tempel verwandelt, in dem zu dem wohl ältesten und weisesten Geschöpft des Universums Kontakt aufgenommen werden kann, war ich erstmal fassungslos. Ein ganz ganz kurzer Absatz dürfen wir seinem Erwachen beiwohnen und dann später auch seine Großzügigkeit erleben. Als ich das gelesen habe, saß ich erstmal mit offenem Mund da und konnte nicht glauben, was die liebe Maike sich da getraut hat. Denn mit wenigen - wirklich unglaublich spannenden- Worten hat sie so ziemlich das wichtigste Gesetzt gebrochen, dem alle Autoren zu folgen scheinen: Beantworte niemals die Frage, ob es so etwas wie Gott gibt!
 
 
"Aber... dann bist du ja so alt wie das Universum selbst!", rief ich ungläubig.
"Nein", erwiderte das Wesen und zum ersten Mal besaß seine Stimme beinahe einen hörbaren Klang. Es klang traurig.
"Ich bin das Universum!"
 
 
Ach ja, und wenn ich gerade schon am Spoilern bin muss ich mich noch über die Teloii auslassen. Die Idee, die Evolution willentlich umzukehren um eine zerstörungswütige Hochkultur daran zu hindern, das Universum mit ihren Kriegen zu zerstören, ist noch so eine unglaubliche Idee, mit der das Buch begeistern kann.
 
!!!Achtung: Spoiler Ende!!!
 
 
 
Wie bekannt wechseln wieder die Perspektiven zwischen unseren Charakteren. Diesmal kamen keine neuen hinzu, auf Holly wurde aber noch etwas mehr Betonung gelegt. Während Cassie und Jackson ihre Armee aufbauen und Josy und Sam ganz fleißig Geheimnisse im Wald untersuchen gibt es da noch Henneth persönlich und die Widerstandskämpfer George Hakes und Melina Drowcaster. Alle kommen relativ gleichwertig zum Zug, man kann aber ein kleines bisschen einen Akzent auf Cassie und Jackson sehen, was mir sehr gefallen hat, da ich die beiden am liebsten habe ;-)
 
 
"Was tat ich hier überhaupt? War es wirklich wichtig, die Kolonisten in einen Krieg zu drängen, den sie eigentlich überhaupt nicht wollten? Einen Krieg, den ich nur gewinnen wollte, weil ich krampfhaft versuchte, etwas wieder gut zu machen, dass sowieso längst vergangen und nicht mehr rückgängig zu machen war?"
 
 
Wie zu erwarten gewesen war, beginnt es bei den beiden ordentlich zu kriseln. Während Cassie in dem Raumschiff "Amy" gefangen ist und sich vehement gegen einen neuen Körper wehrt, um nicht wieder eine neu verdrahtete Leiche zu bewohnen, lässt sich Jackson hinreißen, etwas mit einer anderen anzufangen. Er ist krampfhaft damit beschäftigt, alte Fehler wieder gut zu machen, dass er gar nicht bemerkt, dass er alles nur noch schlimmer macht. Dabei waren die Emotionen, Bedürfnisse und Wünsche beider so realistisch und authentisch dargestellt, dass man alle beide gut verstehen konnte. Auch wenn die entworfene Situation nicht sehr realitätsnah ist - hallo, sie steckt in einem Raumschiff als künstliche Intelligenz und er ist damit beschäftigt Weltraumminen zu bauen? -, kann man die Empfindungen sehr gut auf ganz reale Beziehungskrisen beziehen. Ich habe ehrlich gesagt in der Mitte des Buches schwarz für die beiden gesehen, da sie sich doch sehr von einander entfernt hatten und kaum noch (gegen Ende eigentlich gar keine) Hoffnung auf eine Wiederbelebung Cassies bestand. Doch ich habe den zwei wirklich die Daumen gedrückt und war überglücklich, als sie ihr Happy-End bekommen haben.
 
Sam und Josy haben mit anderen Problemen zu kämpfen, die ebenfalls sehr realistisch und authentisch dargestellt wurden. Durch eine Strahlenvergiftung (durch das Leben im Turm) kann Josy keine Kinder mehr bekommen, woran beide zu knabbern haben, außerdem leidet Sam an den Folgen seiner Brandwunden. Von Narben bedeckt traut er sich nicht, in den Spiegel zu schauen und fühlt sich nicht wohl in seiner Haut. Leider kamen mir die beiden etwas zu blass vor in diesem Teil.
 
 
"Und was machen wir jetzt?"
Sam schluckte, löste sich sanft von mir und strich mit dem Daumen über meine Wange. Sein Blick war traurig. Er lächelte flüchtig und lehnte dann die Stirn gegen meine.
"Wir warten", sagte er.
Ich schloss die Augen und atmete aus. "Wir warten", wiederholte ich.
Und fügte in Gedanken hinzu: "Auf ein Wunder!"
 
 
Wer mir sehr gefallen hat ist Holly. Nachdem ich sie in Band 2 als nicht wirklich vertrauenswürdig und etwas seltsam empfunden hatte, war ich überrascht von ihren wirklichen Gedanken. Sie entpuppt sich als eine sehr mutige, gerechtigkeitsbewusste und altruistische junge Frau, die sich auch selbst opfern würde, um Henneths Herrschaft endlich zu beenden... Durch sie, Melina Drowcaster und George Hakes bleibt man nahe an der Hauptstadt Cors Origo Nova und erfährt einiges aus verschiedenen Blickwinkeln. Hakes, der bestrafte Unruhestifter, Melina, Henneths unglückliche Verlobte und Holly, die gefolterte Kriegsgefangene, allesamt waren sie toll!
 
Auch wie am Ende alles zusammentrifft fand ich super. Jeder trifft auf jeden und zum Teil ohne es zu wissen helfen sich die verschiedenen Charaktere gegenseitig. Die letzte Schlacht ist dann natürlich total spannend - und opferreich. Leider müssen wir uns von wenigen Charakteren verabschieden, während die anderen ihren Gang gehen. Abschließend kann ich nur sagen, dass ich komplett geflasht und überrascht die Buchdeckel geschlossen habe und es bestimmt nicht das letzte Mal war, dass ich zu dieser Reihe gegriffen habe.
 
 
"Mit ein paar gezielten Schüssen wurden die Fliehenden niedergestreckt, die schweren Geschütze ließen ihre Körper aufplatzen wie rohe Eier. (..) Sam strich mir sanft über den Kopf und ich barg das Gesicht an seiner Schulter.
"Keine Angst", wiederholte er immer wieder leise.
"Keine Angst" Ich bin bei dir."
 
 
 
Fazit:
 
 Ein super Finale einer unglaublichen Reihe voller Liebe und Hass, Einsamkeit und Krieg, Technik und rätselhafter Natur und natürlich ganz viel Spannung!!!
Ein Lese-BEFEHL!
 
 

Sonntag, 25. Dezember 2016

Der Junge, der es regnen ließ

 
Allgemeines:
 
Titel: Der Junge, der es regnen ließ
Autor: Brian Conaghan
Genre: Roman
ISBN-10: 3833901527
ISBN-13: 978-3833901522
Preis: 9,99€ (Kindle-Edtion)
12,49€ (gebundene Ausgabe)
 
 
 
 
Inhalt:
 
"Hunderte von Mädels haben sich die Augen ausgeheult, als es passierte. Typen auch. Ich hab gehört, dass Rosies Mutter woanders hinzieht. Ich denke, das ist das Beste. Vor allem hier. Sie wissen nicht, was Sie glauben sollen, was? [...] Man hört ja bloß eine Story nach der anderen. Und eine ist bekloppter als die andere. Ich will niemandem was anhängen, aber das war doch bloß eine Frage der Zeit."
 
Etwas Schreckliches ist geschehen. Die Schüler und Lehrer einer schottischen Highschool müssen sich fragen: Wie konnte so etwas passieren? Gab es Vorzeichen? Hätten sie es verhindern können? Viele äußern sich, doch nicht allen Aussagen ist zu trauen ...
 
 
 
 
Bewertung:
 
"Der Junge, der es regnen ließ", ist eben so ungewöhnlich, wie schon sein Titel. Anders als man vielleicht beim ersten durchlesen denkt, geht es nicht um Fantasy sondern um etwas viel existenzielleres: Mobbing. Eigentlich war dieses Buch nur als ein bedeutungsloser Lückenfüller für mich geplant, mit den etwa 200 Seiten, ließt es sich auch sehr schnell, doch bald entwickelte sich mehr daraus.
 
Mein erster Eindruck war etwas konfus. Das Buch ist in zwei Teile geteilt; "Wie sie gesagt haben" und "Was Clem sagte", so heißen die zwei Überschriften. Der völlig ahnungslose Leser wird durch knappe, wie Aussagen bei der Polizei klingende Perspektiv-Statements langsam mit Informationen gefüttert und macht sich auf den langen Weg der Meinungsbildung.
 
 
Das Cover ist mega passend. Wie der Inhalt wirkt es ebenfalls etwas wirr mit den zwei Schatten und den aufdringlichen schwarzen Buchstaben. Das helle grün blau und der helle Fleck unterstreicht super die gebückte Haltung des Jungen und erzeugt eine bedrückte Atmosphäre.
 
 
"Clem Curran? Nun ja, das ist eben so eine Geschichte."
 
 
Ja, das ist in der Tat so eine Geschichte! Und in diese werden wir eiskalt hineingeworfen und mit Aussagen und müssen versuchen, uns aus den vielen Stimmen der Beteiligten ein eigenes Gesamtbild zu entwerfen. Die Aussagen setzten nach dem ganzen Geschehen an und sind also praktisch ein Rückblick, welcher durch Erläuterungen zu Hintergründen, Aufzeigen von verschiedenen Beziehungen und Zusammenhänge, Gründe und Motive und verschiedene Sichtweisen auf Cem, Klarheit zu verschaffen versucht. Dabei ist nicht gerade eine Hilfe, dass die verschiedenen Stimme alle relativ unterschiedliche Dinge erzählen und dabei ganz und gar nicht objektiv oder gemäßigt bleiben.
 
Als ich endlich eine ungefähre Vorstellung zu haben glaubte, was passiert ist, setzt der zweite Teil aus Cems Sicht vor dem Geschehen ein und zeigt alles aus seinem Blickwinkel auf.
Seine Sichtweise auf die Dinge, warf dann ein komplett anderes Licht auf das Erfahrene und ließ mich dann meine Meinung noch einmal überdenken. So geht es dann eigentlich die ganze Zeit weiter, man denkt, man hat die Wahrheit gefunden, weiß jetzt, wer Schuld ist, was wirklich passierte und zur Eskalation führte, doch dann kommt wieder etwas Neues und man muss seine Meinung noch einmal überdenken. Wie verschieden doch Beteiligte eine Situation sehen können, ist sehr interessant dargestellt. Auch wie leicht man das Endergebnis eigentlich hätte verhindern können, wenn die richtige Person zur richtigen Zeit etwas anders gehandelt hätte, ist schockierend.
 
 
Doch worum geht es eigentlich konkret?
Aufgrund von familiäre Veränderungen muss der sechzehnjährige Cem Curran mit seinen Eltern nach Glasgow in Schottland umziehen. Als Einserschüler mit einem eigenwilligen Akzent fällt er natürlich auf und macht sich zur perfekten Zielscheibe für Spott und Häme. Auch das er sich mit einer Begeisterung für Musik und Literatur noch mehr von den anderen abzuhaben scheint, führt zu Hass.
Er findet zwar schon bald etwas Unterstützung in seiner Mitschülerin Rosie, die genau seine Andersartigkeit an ihm zu schätzen weiß, doch unter der Macht der vermeintlich Starken, die in ihm ein schwaches Opfer sehen, sieht er sich bald als schutzloses Opfer. Die Lage schlittert immer weiter auf die Eskalation zu...
 
Der Schreibstil ist ebenfalls wie die Staffelung der Ereignisse etwas seltsam, was aber in diesem Fall wohl an einer leicht wackeligen Übersetzung liegen könnte. Vor allem den Dialogen oder den Kapitelüberschriften merkt man den Transfer in eine andere Sprache doch sehr an.
 
Das Ende ist dann relativ offen und ließ mich betroffen und etwas ratlos zurück. Auch wenn mein Deutschlehrer mich für diesen Satz umbringen würde: "Es hat mich zum Nachdenken angeregt!"
 
 
 
Fazit:
 
 
Ein außergewöhnliches Buch über Mobbing, Hoffnung, Freundschaft, Vertrauen, Eskalation, Gruppendynamik und Selbstfindungsphasen. Auf besondere Art hat mich das Buch sehr gefesselt und hat mich mit zittern lassen, als wäre es ein spannender Krimi. 
 

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Einer da oben hasst mich

 
 
Allgemeines:
 
Titel: Einer da oben hasst mich
Autor: Hollis Seamon
Genre: Drama
ISBN-10: 3570162834
ISBN-13: 978-3570162835
Preis: 8,99€ (Kindle-Edition)
14,99€ (gebundene Ausgabe)
 
 

 
Inhalt:
 
 
 "Ich habe das Einer-Da-Oben-Hasst-Mich-Syndrom. Ich finde, diese Diagnose bringt auf den Punkt, was davon zu halten ist, wenn ich, Sylvie und andere in unserem Alter an einem Ort wie diesem enden und etwas hinter sich haben, das in unseren Grabreden bald ungefähr so klingt: "... ein mutiger Kampf gegen ... (bitte die jeweilige Krankheit einsetzen)."
Wie soll man unser Problem sonst in Worte fassen? EDOHM trifft es meiner Meinung nach verflucht noch mal am besten."


 
-Lasst mich lieben, bevor ich sterbe!-

Eigentlich ist der 17-jährige Richard ein ganz normaler Teenager – doch er hat Krebs und verbringt die letzten Tage seines Lebens in einem Sterbehospiz. Trotz dieses »Einer-da-oben-hasst-mich-Syndroms«, wie Richard es selbst nennt, hat er seinen Lebensmut nicht verloren und tut alles dafür, so viel wie möglich aus der ihm verbleibenden Zeit zu machen: Sei es, sich Privatsphäre zu verschaffen, wo es eigentlich keine gibt, zu Halloween verkleidet durch die Straßen zu fahren oder die Nähe der 15-jährigen und ebenfalls sterbenskranken Sylvie zu suchen …
 
 
 
Bewertung:
 
 
Erster Satz: "Ich will euch nichts vormachen."
 
 
Dieses Buch ist auf jeden Fall keine leichte Kost, trotzdem wird noch ein letzter Rest Leichtigkeit und Witz vermittelt, weshalb man trotzdem gut vorankommt und sich nicht "durchbeißen" muss. Meine Meinung zu diesem Buch ist nicht ganz eindeutig. Einerseits setzt es sich sensibel und doch sehr unterhaltsam mit einem schwierigen Thema auseinander, andererseits hat es mich aber etwas genervt.
 
Das Cover ist schlicht, das Weiß sieht ein bisschen nach Krankenhaus, oder in dem Falle, Hospiz aus, was sehr gut passt. Zusehen ist neben dem roten Titel, der recht anklagend klingt, ein Junge, der den Finger zum Himmel erhoben hat, wie auf den zu zeigen, der Schuld an seinem Debakel ist. Sehr gelungen!
 
Es geht in erster Linie um Richard, ein siebzehnjähriger Krebspatient, der unheilbar krank in der Hospizstation dahinsiecht. Das könnte man vielleicht meinen, doch tut er das wirklich? Absolut nicht! Anstatt uns einen bemitleidenswerten Sterbenden vorzusetzen, zeichnet die Autorin den Protagonisten an erster Stelle als aufmüpfiger Teenager.
Man darf ihn als Leser zwar in seinen letzten Tagen begleiten, doch ein trauriges Buch ist es deshalb noch lange nicht. Er erscheint fast immer gut gelaunt und versucht seine verbleibende Zeit so gut wie möglich zu gestalten. Man hat ständig das Gefühl, er versuche das beste in der Situation zu sehen und findet tatsächlich immer etwas Positives, wo andere nur Tod und Verzweiflung sehen würden.


"Das alles ist nicht so schlimm. Aber einen ganzen Tag verpassen, so als hätte er gar nicht stattgefunden? Das ist wirklich eine Tragödie."


Am Anfang des Buches habe ich einige teilweise recht verstörende Augenblicke miterleben dürfen und wurde in den Alltag in einem Hospiz eingeführt. Dabei wird über die eigentliche Krankheit nur sehr wenig gesprochen, sie sogar fast ignoriert, während Richard verzweifelt versucht ein normaler Teenager zu sein. Er durchlebt im Schnelldurchlauf seinen Abschied zur Kindheit und versucht alles mitzunehmen, was geht: Sich verlieben, mit einem Mädchen zusammen sein und vielleicht auch mit ihr schlafen. Sich rausschleichen oder sich auch mal volllaufen zu lassen, nur um zu wissen wie das so ist. Nicht alles das tun was Erwachsene verlangen und mal über die Strenge schlagen.
Deshalb ist diese Geschichte weniger ein Buch über eine unheilbare Krankheit, als ein Buch über einen Teenager der ganz normal sein möchte.

"Ich habe mal eine Liste mit Sachen zusammengestellt, über die ich mir keine Sorgen zu machen brauche: Arbeitslosigkeit, undankbare Kinder, Scheidung, Weisheitszähne, Cholesterinspiegel. Jetzt kann ich noch Kugelbauch und Mittelglatze hinzufügen."


Der Schreibstil ist sehr locker und leicht zu lesen. Wir erleben Richards Gefühle und Gedanken aus der Ich-Perspektive, und zum ersten Mal seit langem hatte ich das Gefühl, dass wirklich ein 17 jähriger Junge seine Geschichte erzählt und kein 60jähriger Opa, der verzweifelt versucht, den Jugendjargon zu treffen und sich dabei vollkommen lächerlich macht. Durch kurze und prägnante Sätze wirkt der Stil jugendlich, unbeschwert und unpassend fröhlich, was in diesem Fall jedoch ein Pluspunkt ist.
 
 Also warum musste ich dieses Buch doch mit sehr gemischten Gefühlen aus der Hand legen? Mein größter Kritikpunkt sind die Emotionen: Es sind kaum welche vorhanden. Auch wenn das Buch gegen Ende noch einige süße Wendungen nimmt, war mir dieses Buch viel zu wenig emotional und ernst. Immer wenn es zu einer Situation kam, die eigentlich sehr emotional und berührend sein könnte, wurde stark gekürzt oder das Gefühl übergangen und einen Witz gerissen. Natürlich versucht Richard alles etwas zu verdrängen, doch vor allem das Ende hat mich sehr enttäuscht. Mit einem Schuss mehr Gefühlen und Dramatik hätte es mir denke ich, besser gefallen.
Die 15 jährige Sylvie, die zweite Hauptperson ist mir etwas zu blass geblieben. Außerdem gefällt mit Richard an sich nicht wirklich. Dafür dass er angeblich 17 Jahre alt ist, denkt er wie ein schwer pubertierender 13 Jähriger und das ist wirklich kein Genuss auf den man kommen will. Er wurde mir einfach nicht richtig sympathisch, da mir etwas an ihm gefehlt hat, auch wenn ich nicht genau benennen kann, was das war. Vor allem gegen Ende hat er mich irgendwie genervt, auch wenn ich hier ebenfalls nicht genau sagen kann, wieso. Bei mir ist einfach keine richtige Empathie oder Mitleid aufgekommen, ich habe das Buch zu Ende gelesen, zugeklappt und das war es - keine Traurigkeit am Ende (sorry, es war ja sowieso klar, was passiert), nichts.

Trotz meiner recht harten Bewertung kann ich die vielen Rezensenten durchaus verstehen, die dieses Buch mit Fünf-Sterne-Rezensionen anpreisen.

 
 "Jeannette, beten sie manchmal?"
"Beten? Gute Frage. Vielleicht sollte ich es tun, aber anders als viele andere kann ich mir nicht vorstellen, dass Gott mir sein Ohr leiht. Ich meine, sieh doch nur, wo ich arbeite! Ich wüsste ja nicht mal, für wen ich zuerst beten soll."



 
Fazit:
 
 
 Ich fand das Buch also abschließend gesagt, "okay". Meine Erwartungen wurden zwar nicht erfüllt, doch trotzdem haben mir viele Aspekte auch gefallen. Ein Buch zu diesem Thema auf diese Art und Weise zu schreiben ist sehr mutig und interessant: kein gestelltes "Schnulli-bulli-alles-wird-gut-Buch", das uns einen perfekten und starken Helden vorsetzt, aber auch nicht tragisch und zum mitleiden, auf ganz neue Weise wird eine Krebsgeschichte aufgezogen, leider nicht ganz mein Fall.

 


Dienstag, 20. Dezember 2016

A Dragon´s Soul


Allgemeines:

Titel: A Dragon´s Soul
Autor: Solvig Schneeberg
Genre: Fantasy
ISBN-13: 1535440384
ASIN: B01KEGLWFG
Preis: 3,99€ (Kindle-Edition)
9,99€ (Taschenbuch)
Weitere Bände: A Dragon´s Love



Inhalt:


"Irgendwann waren die Schreie verstummt; die Schatten vor den Fenstern verschwunden.
Und die Welt wie er sie kannte nur noch ein Trümmerhaufen ..."


Er sinnt auf Rache an dem Mann, der sein Leben zerstörte ...

Mit der Flucht in die Wildnis versucht Zane nicht nur das Leben seiner Schwester zu retten.
In der Abgeschiedenheit des alten Familienstammsitzes will er lernen, seine Drachengestalt zu beherrschen, um den zu töten, dessen Blut in seinen Adern fließt.
Nichts und niemand wird sich zwischen ihn und seine Rache drängen, auch nicht die Assassinen vom Rat der Wächter.

Nur hat er nicht mit ihr gerechnet:
 Sky ist eine der Assassinen. Und sie hat noch jeden Auftrag erfüllt.




Bewertung:


DISCLAIMER: Da dies die Fortsetzung einer Trilogie ist, sind Spoiler zum ersten Teil nicht ausgeschlossen.


Nach "A Dragon´s Love" ist auch "A Dragon´s Soul" wieder ein Lesehighlight gewesen, das ich mit Vergnügen in einem Rutsch durchgelesen habe. Auch wenn ich einiges zu kritisieren habe, fand ich dieses Buch super!

Das Cover ist mal wieder ein Volltreffer und gefällt mir sogar noch ein bisschen besser als der erste Teil. Die Berge passen wunderbar zum Setting dieses Bandes und die warme Farbgebung stimmt einen beim Betrachten schon einmal auf die Geschichte ein. Für den Klapptext hätte ich aber eine etwas hellere Farbe gewählt, da sich das hübsche silbergrau nur schwer von der schwarzen Buchrückseite abhebt.

Zur inneren Gestaltung habe ich aber noch einiges zu meckern. Die Schriftgröße ist mir eindeutig zu groß gewählt, sodass die etwa 300 Seiten in gefühlt knapp 200 vorbei rasen. Die Kapitel sind dadurch zum Teil sehr kurz, manche fallen durch Überlänge aus dem Schema. Für mich als Kapitelleserin war es schwierig, den Überblick zu behalten. Was mir ebenfalls nicht so gefallen hat ist, das die Seiten strahlend weiß sind. Für mich ist es angenehmer wenn die Seiten leicht beige sind, sonst heben sich die Buchstaben so aggressiv ab.


"Die subtile Arroganz mit der er sie angesprochen hatte, ließ sie eines mit Sicherheit wissen – sie mochte ihn nicht, egal wie sexy er aussah."


So, aber jetzt nur Kaufgründe!!!
Die Geschichte wird nach einem Ortswechsel einige Zeit nach dem Ende des ersten Teiles weitergeführt. Das Grundproblem bleibt das gleiche, es kommt aber immer mehr dazu während wir mehr über die Welt der Geschöpfe erfahren dürfen. Im Gegensatz zum ersten Teil geht es um einiges turbulenter zu, man kann sich also auf ein aufregendes Abenteuer freuen!

Was mich sehr gefreut hat, ist dass Zane nun seine Hauptrolle bekommt. Er hat mir schon im vorangestellten Band sehr gut gefallen und ihn jetzt genauer kennenlernen zu dürfen, hat mir viel Spaß gemacht. Er ist humorvoller und offener als Elion, leidet aber nach dem Tod seines Vaters unter Stimmungsschwankungen und Trauer. Umso entschlossener versucht er seine Familie zu beschützen und den schuldigen für all sein leid zu finden - Taranis.
Auch Sky, die eiskalte Assassine, war mir sofort sympathisch. Die Idee, aus ihr eine Profikillerin zu machen, die clever und kaltblütig jeden Auftrag erfüllt, hat mir gut gefallen. Sie ist eine Einzelkämpferin, die sich nichts sagen lässt und ihr Ding durchzieht. Damit passt sie perfekt zu Zane, der einen ebenso großen Dickkopf hat.


"Es gefiel Zane nicht mit welchem Blick die beiden sich im Raum umsahen; als versuchten sie jede mögliche Schwachstelle oder Gefahr zu entdecken. Dabei waren sie die einzigen Killer hier. Oder zumindest die einzigen, die dafür bezahlt wurden."


Schön fand ich auch, dass wir alle anderen Charaktere beibehalten dürfen und auch mal ab und zu einen Blick das Leben von Raven und Elion werfen dürfen. Die beiden sind schon eingespieltes Team und es ist sehr interessant, die beiden aus der Sicht eines außenstehenden zu betrachten. So wirkt Raven plötzlich sehr autoritär und Elion wird plötzlich zum Hausmann. Die Perspektiven wechseln auch in diesem Teil wieder gut durch, sodass jeder Charakter mal zum Zug kommt. Neben der Handlung kommen so auch innere Konflikte gut zur Geltung. Wie die unnahbare Sky sich zum Beispiel gegen Zanes Anziehungskraft wehrt, ist interessant zu beobachten.

Zur wirklichen Handlung will ich gar nicht viel sagen, da hier wirklich jeder Kommentar der über den Klapptext hinausgeht, gespoilert wäre. Es passiert jedoch wirklich einiges - neben Aktion und Liebesszenen werden Geheimnisse aufgelöst, neue gestellt, Charaktere neu vorgestellt und wieder verabschiedet, neue Aspekte dieser Fantasiewelt vorgestellt und viel erlebt. Man wird endlich mit einigen Hintergrundinfos gefüttert und lernt die Vergangenheit der einzelnen Figuren besser kennen.
Der Rat der Wächter, die Verwandlung in einen Drachen und ein geheimnisvolles Familiengrab sind drei der vielen Dinge, auf die man sich freuen kann.


"Sie und Cain waren Vollstrecker, wie der Rat der Wächter sie gerne nannte, aber in Wahrheit waren sie einfach nur Auftragsmörder."


Der Stil hat mir ebenfalls wieder gut gepasst. Die Sätze sind schlicht aber durchaus treffend formuliert, sodass man zügig lesen kann und trotzdem keine wichtigen Details fehlen. Trotzdem hätten vielleicht ein paar mehr Beschreibungen und Hintergrundinfos nicht geschadet. Die Geschichte hat unglaublich viel Handlung, alles sehr verdichtet und auf wenige Seiten gepackt. Das hat natürlich einige Vorteile, die stetig wachsende Spannung zum Beispiel, doch mir war die Handlung etwas zu dominant, sodass viel Potential ausgelassen wurde. Man hätte aus diesen zwei Teilen bestimmt drei Wälzer machen können, doch genau diese Verdichtung macht dieses Buch auch interessant. Wieder einmal kann ich nur sagen: der goldene Mittelweg macht es!


Das Ende ist wirklich gemein und lässt uns den dritten Teil " A Dragon´s Fall" sehnsüchtig erwarten. Mir wurde geflüstert, dass es dann im Wesentlichen um Chris, Bärenwandler und Ravens schwuler bester Freund, gehen wird, was mich sehr freut, da er in diesem Band doch sehr kurz gekommen ist. Man darf also gespannt sein ;-)




Fazit:

Also ich hoffe, dass ich euch nicht durch meine Kritik abgeschreckt habe und ihr trotzdem Lust habt diese tolle Reihe zu lesen. Mit spannender Handlung, interessanten Charakteren und viel Fantasy werden die "Dragon Chronicles" weiter geführt.


Listened To This Month Dezember2016





Heeeyy Leute

Wie ihr vielleicht schon wisst, sind Bücher nicht mein einziges Hobby. Meine andere große Leidenschaft ist Musik. Ich liebe es zum einen Musik zu hören und neue, coole Musik zu entdecken, andererseits spiele ich selber Gitarre singe :)

Bevorzugte Genres von mir sind Alternative (Rock) und Rock/Metal. Außerdem höre ich meistens Bands und eher weniger Solo Artists.

 Meine absoluten Lieblingskünstler sind "Twenty One Pilots". Ich liiebe aber auch "30 Seconds to Mars", "Our Last Night", die "Black Veil Brides", "Linkin Park", "System of a Down" , "Greenday", "My Chemical Romance"und viiele mehr...

Aus diesem Grund habe ich beschlossen eine neue Kategorie einzuführen die ich spontan "Listened to this month" genannt habe. Ich werde hier also jeden Monat eine Liste erstellen, mit allen Songs/Bands die ich diesen Monat so gesuchtet habe :)

Viel Spaß beim Lesen 
Eure Magda


"Listened to this month":  Dezember

(Song -Artist )

The Diary of Jane -Breaking Benjamin

Sound of Silence -Disturbed

B.Y.O.B -System of a Down

Goodbye Agony -Black Veil Brides

Walk Away -Black Veil Brides

In the End -Black Veil Brides

Trees -Twenty One Pilots

Welcome to the Black Parade -My Chemical Romance

Snuff -Slipknot

Common Ground -Our last Night



Neuerscheinung des Monats:


TOP x MM -Twenty One Pilots feat. MUTEMATH


Neuentdeckung diesen Monat:


"Black Veil Brides"

Wer? Die Black Veil Brides sind eine US-amerikanische emocore Band die seit Ende 2009 existiert.
Quelle: (Wikipedia)

Was soll ich sagen? Der Musikstil der Band fällt nunmal komplett in mein Beuteschema. Poetische Texte und hammer Melodien. Für mich auf jeden Fall ein Highlight diesen Monat!


Montag, 19. Dezember 2016

Montagsfrage 19. Dezember 2016



Hallöchen <3
Wie immer kommt hier unsere allwöchentliche Antwort auf die Montagsfrage der lieben Buchfresserchen.
Die Montagsfrage war dieses mal eine sog. "Offene Montagsfrage" was bedeutet, dass man sich eine der bisherigen Montagsfragen aussuchen kann um diese dann zu beantworten :)

Unverhofft reich - welches Buch ist euch nur durch Zufall in die Hand gefallen und entpuppte sich als großartig? 


 Ich habe mir diese Frage ausgesucht, weil ich darauf direkt eine Antwort weiß! Und zwar heißt diese: Obsidian von Jennifer L. Armentrout. Ich weiß noch wie ich in der Buchhandlung einfach ein bisschen gestöbert habe und anschließend auf das Buch gestoßen bin. Ich fand den Klappentext zwar ganz ansprechend aber nicht so wahnsinnig toll. Ich habe es dann (zum Glück!) doch mitgenommen, weil ich so verzweifelt nach etwas zum lesen gesucht hatte. Heute gehört das Buch zu meinen absoluten Lieblingen. Ich habe immer so sehnsüchtig auf den nächsten Teil gewartet und als die Reihe dann zu Ende gelesen hatte, war ich mega traurig xD. Auch auf "Dark Elements" von ihr bin ich total zufällig gestoßen und liebe es heute mindestens genauso sehr wie Obsidian. Manchmal ist es eben Schicksal xD

Magda <3 

Sonntag, 18. Dezember 2016

A Dragon´s Love


Allgemeines:

Titel: A Dragon´s Love
Autor: Solvig Schneeberg
Genre: Fantasy
ISBN-10: 1512153400
ISBN-13: 978-1512153408
Preis: 9,99€ (Taschenbuch)
3,99€ (Kindle-Edition)
Weitere Bände: A Dragon´s Soul



Inhalt:


Raven denkt sie ist eine normale junge Frau; gut, sie hatte nie wirklich ein Zuhause, weil sie ständig mit ihrer Tante umgezogen ist, aber hey! Als sie in ihre Geburtsstadt zurückzieht, wähnt sie sich endlich am Ende dieser Reise. Doch nach einer ziemlich ungemütlichen Party, muss sie erkennen, dass ihr Leben wohl doch nicht so ruhig verlaufen wird, wie sie es sich wünscht.
Sie muss in der Akademie mit düsteren Familiengeheimnissen klar kommen; einem unheimlichen (aber sexy) Mentor und einem besten Freund, der sie jahrelang belogen hat. Alles kein Problem, oder?



Bewertung:

DISCLAIMER: Vielen, vielen Dank an Solvig Schneeberg, welche uns großzügiger Weise 4 Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt hat!

Raven ist eine ganz normale junge Studentin, die in ihrer Heimatstadt studiert. Das denkt sie jedenfalls. Als sie nach einer verhängnisvollen Partynacht von einem attraktiven und mysteriösen Mann in die Akademie gebracht wird muss sie erkennen, dass nichts so ist wie es scheint. Sie erfährt von Dingen, von denen sie niemals geglaubt hätte, dass sie überhaupt existieren. Plötzlich muss sie sich mit Vampiren, Drachen, Engeln und Gestaltwandlern herumschlagen. Als wäre das nicht alles schon genug gibt es auch noch diese unbestreitbare Verbindung zwischen ihr und dem mysteriösen Elion. Und dann bleibt da ja auch noch die Frage was sie ist und woher sie eigentlich kommt...

"Wer auch immer diesen dummen Vergleich von griechischen Göttern und sterblichen Männern erfunden hatte, bei dem Exemplar vor ihr konnte sie zumindest en Sinn dahinter entdecken. Wobei sie nicht erwartet hätte, das griechische Götter so gut rochen..." 


Ich fand Raven von Anfang an ziemlich cool. Sie ist sehr sympathisch, willensstark, leidenschaftlich und sie beherrscht eine Kampfsportart. Sie ist außerdem sehr klug und auch  ihre sarkastische Art hat mich sehr oft zum Lachen gebracht.

Ihr bester Freund Chris ist ihr eigentlich ganz ähnlich. Er ist ein typischer Sunnyboy und immer gut drauf. Aber auch er birgt einige Geheimnisse.

Elion war mir anfangs etwas suspekt. Mit seiner abweisenden Art und seiner Geheimniskrämerei konnte er einem schon sehr auf die Nerven gehen. Allerdings taut er im Laufe des Buches immer weiter auf, sodass er immer sympathischer wird und man auch ihn richtig ins Herz schließt.
"Die Einsamkeit fraß sich geradewegs ein Loch in ihre Seele und Raven hieß den Schmerz willkommen. Den etwas anderes blieb ihr nicht..."
 
 
Beginnend kann ich erstmal sagen, dass ich das Buch in einem Nachmittag verschlungen habe. Ich würde es als eine coole Mischung aus "Chroniken der Unterwelt" und "Dark Elements" beschreiben, die zu meinen Top Favoriten gehören. Die Geschichte reißt einen von Anfang an mit. Zuerst weil man einfach nichts von Ravens Vergangenheit weiß und sich im Laufe des Buches immer mehr davon offenbart. Die vielen Stränge die dann immer mehr aufeinander zulaufen machen das Buch einfach total spannend. Auch die Gefühle der Protagonisten werden sehr gut zur Geltung gebracht. Die einzige Sache die mich etwas gestört hat ist, dass es mir an manchen Stellen viel zu schnell ging. Manchmal hätte ich mir mehr Details zu einer bestimmten Situation gewünscht. Was mir wiederum sehr gut gefallen hat, war die Liebesgeschichte zwischen Elion und Raven. Die Chemie der beiden Protagonisten hat meiner Meinung nach sehr gut gestimmt und man konnte die Beiden eigentlich nur anschmachten :)

"Alice im Wunderland hätte nicht überraschter sein können, als sie dem weißen Kaninchen gefolgt war. (...) Von außen hätte Raven nicht damit gerechnet, dass das Gebäude so groß war, geschweige denn, dass hier ein kleiner tropisch anmutender Wald lag, mit einer Flora und Fauna, die sie noch nie gesehen hatte. "Magie", raunte Elion hinter ihr..."


Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig. Ich habe die Geschichte wie gesagt in einem Nachmittag gelesen, da einfach permanent Spannung da war. Auch wenn ich mir etwas mehr Details gewünscht hätte, hat mich das Buch doch sehr gut unterhalten. 
 
Fazit:

Eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren, einer tollen Handlung und viel Lesespaß wobei etwas mehr Details nicht geschadet hätten. Trotzdem eine sehr lesenswerte Geschichte!

Samstag, 17. Dezember 2016

Verschollen

 
Allgemeines:
 
Titel: Verschollen
Autor: Maike Ruppelt
Genre: Science-Fiction
ISBN-10: 1502377799
ISBN-13: 978-1502377791
Preis: 12,99€ (Taschenbuch)
Weitere Bände: Trümmerwelt;
Universum
 
 
 
 
Inhalt:
 
 
"Hab keine Angst", murmelte er. "Wir schaffen das schon."
Ich sah ihn an. "Josephine. Mein Name ist Josephine!"
 
 
Während Jackson und Cassie noch das Weltall durchqueren, kämpfen die letzten Menschen auf Specus Leonis erneut ums Überleben. Denn nachdem die Flüchtlinge schließlich gelernt haben, mit den Herausforderungen ihres neuen Heimatplaneten umzugehen, droht ihnen auf einmal eine ganz neue Gefahr: Man will einen zweiten Versuch starten, den Planeten erfolgreich zu besiedeln, und schreckt dabei vor keinem Mittel zurück, um das Projekt "Evolution 2.0" endlich durchzusetzen... 
 
 
 
 
Bewertung:
 
 
DISCLAIMER: Da dies der zweite Teil der Cassie-Trilogie ist, kann es innerhalb der Rezension zu Spoilern kommen!! ;-)
 
 
Erster Satz: "Die Sonne bewegte sich langsam auf die Wasseroberfläche zu, berührte den Horizont und schickte einen Streifen aus glitzernden Wellen über das Meer bis zum Strand unterhalb der kleinen Felsnase, auf der ich wie an jedem Abend saß und den Sonnenuntergang genoss."
 
 
Schon als ich diesen Monster-ersten-Satz gelesen habe, dachte ich "WOW", und dieser Gedanke hat mich durch die kompletten 470 Seiten begleitet. Vom ersten Teil dieser Reihe "Trümmerwelt" war ich schon komplett hin und weg, weshalb meine Erwartungen an dieses Buch zugegebenermaßen sehr hoch waren. Doch: Sie wurden vollauf erfüllt! Auch wenn dieser Teil mit ganz anderen Seiten glänzt, als ich gedacht hatte, bin ich wieder sehr gut unterhalten worden.
 
 Das Cover hat mir wieder gut gefallen. In wahrer Science-Fiction-Manier sind ein grüner Planet und zwei Raumschiffe zu sehen. Außer diesen drei Elementen, die recht unzentral in der linken Ecke platziert sind, ist wieder einmal nur schlichter Sternenhimmel zu sehen. Die schwarze Weite des Weltalls, mit einzelnen Sternen gesprenkelt, hebt sich gut vom Titel ab, der in weißen Lettern über allem zu schweben scheint. Wieder passt das Cover sehr gut zum Inhalt, da vor allem der Ortswechsel gut dargestellt wird. Die Formatierung innerhalb des Buches hat mir ebenfalls gut zugesagt, da der Text in sinnvolle Abschnitte und drei Teile gegliedert ist. Für mich als Kapitelleserin war auch positiv, dass diese jeweils relativ gleichlang sind und einen Cliffhanger am Ende besitzen.
 
 
"Es hing stets ein gewisses Gefühl von Unruhe in der Luft, eine dunkle Vorahnung, dass trotz des Friedens um uns herum irgendetwas nicht stimmte. (...) Ich konnte das Gefühl nicht abschütteln, dass es noch nicht vorbei war. Und dass bald noch etwas viel Schlimmeres passieren würde."
 
 
Nachdem der erste Roman die Geschichte eines jungen Mädchens erzählte, das sechzig Jahre in der Zukunft in einer der verlassenen Städte auf der menschenleeren Erde lebt und sich angesichts einer neuen Bedrohung mit ihrem einzigen, gefühlskalten Begleiter zusammentun muss, bekommen wir hier zwei neue Hauptcharakter präsentiert. Zuerst war ich etwas enttäuscht, dass es nicht mehr um Jackson und Cassie geht, da ich die beiden während dem turbulenten ersten Teil wirklich sehr ans Herz geschlossen habe, doch auch Josy und haben es mir wirklich angetan. Besonders gefreut hat mich, dass unsere zwei Lieblinge aus Band 1 nach einer Weile doch auftauchen und ihre Rolle spielen dürfen. Wir werden wieder langsam an die neuen Charaktere herangeführt, sodass sich parallel zur Handlung auch die Bindung zu den Protagonisten steigert. Sehr bald habe ich die beiden genauso gerne gemocht wie Jackson und Cassie.
 
Nach dem die beiden sich aneinander gewöhnt haben, machen sie sich auf den Weg auf die Suche nach Antworten, welcher sie ins Landesinnere führt. Dabei treffen sie nicht nur kleine Grüppchen anderer Menschen sondern hören auch Gerüchte von einer Widerstandsgruppe, die sich gegen die anstehende Neubesiedlung formiert....
 
 
"Alles schien von Grund auf auf den Kopf gestellt worden zu sein, nichts war mehr so, wie wir es kannten, und ich spürte, dass all diese Vorkommnisse nur die Konsequenz von etwas viel Größerem, Beängstigenderem waren.
Irgendetwas passiert da draußen - und nun liefen wir genau darauf zu..."
 
 
Hat man im ersten Teil noch einen recht leisen Start mit gedeckten Farben, langsamer Entwicklung und relativ wenig Handlung, beginnt dieses Buch wesentlich spektakulärer. Unsere Hauptfiguren müssen in der lebensfeindlichen Welt von Specus Leonis überleben, in der der Wald Augen hat und niemand dem anderen vertraut. Survival pur mit viel Spannung, Action und dem Aufeinandertreffen zweier vereinsamter Teenager mit einer schwierigen Vergangenheit. Sie kennen ihre eigenen Namen nicht mehr, können kaum sprechen und lassen niemanden an sich ran - nach dem Halb-Roboter Cassie und dem unglücklichen Genie Jackson, ganz alleine auf der Erde, sind die Charaktere auch hier alles andere als gewöhnlich oder oberflächlich und die Umstände ihres Aufeinandertreffens sehr speziell.
 
Auch bleibt dieses Mal nicht so viel Zeit, bis es zum fulminanten Endkampf komm, die Spannung ist unermüdlich am Steigen und schon bald befindet man sich mitten in einem aussichtslosen Krieg ohne zu wissen, wie genau man eigentlich dort gelandet ist.
 
 
"Meine Freunde - heute Abend möchte ich, dass ihr euch auf eine bedeutende Abstimmung vorbereitet. Eine, die weit wichtiger und scherwiegender ist, als alle, an denen ihr bisher teilgenommen habt. (...)"
"Und worüber stimmen wir ab?" Er lächelte und straffte die Schultern.
"Wir werden darüber entscheiden, ob wir den Menschen den Krieg erklären!"
 
 
 Die grünen, dicht bewaldeten Landschaften mit vielen verschiedenen Lebewesen steht in einem starken Kontrast zu der verwüsteten und kahlen Oberfläche der Erde mit den vielen zerstörten Hochhäusern und Straßen, welche die Kulisse des ersten Teiles darstellte. Die ewige Stille wird abgelöst von Raubtierfauchen, Meeresrauschen und Knacken im Unterholz und anstatt der ewigen Einsamkeit hat man es mit exzentrischen Einzelgängern zu tun. Auch der Sprung von der vielen Technik -von Teilchenbeschleunigern über Superbatterien zum Raumschiff-, zum primitiven Wald und der Kontrast zwischen dem asphaltierten Überleben auf der Erde - dem Sammeln von Konserven und Plündern von Supermärkten - und dem Jagen und Sammeln von Nahrung, sind sehr interessant.
 
Trotz dass vieles dem Leser neu und unbekannt erscheint, bleiben auch viele Dinge beim Alten. Die Feinde zum Beispiel! Man startet keineswegs bei Null sondern erlebt die Unrechtsherrschaft von Präsident Henneth in anderer Kulisse und von einem anderen Blickwinkel aus gesehen. Endlich erfährt man etwas über den Verblieb der restlichen Menschen, die Besiedlung anderer Planeten und das gefürchtete Projekt "Evolution 2.0". Man erfährt als Leser schreckliche Geheimnisse über die Vergangenheit und die Zukunft und bemerkt schließlich, dass diese Geschichte noch viel mehr zu bieten hat.
 
Hier ist der Titel ebenfalls sehr gut gewählt, auch wenn er nicht sehr episch klingt. Atmosphärisch gesehen trifft er jedoch den Nagel auf den Kopf, denn die Charaktere sind wirklich "verschollen". Alleine und verlassen sitzen sie in den Wäldern und versuchen hartnäckig zu überleben, ohne die Hoffnung auf eine Wiederkehr zur Erde. Nach dem die erste Besiedlungswelle auf diesem Planeten fehlschlug, sitzen sie nun hier fest, von allen vergessen - denken sie zumindest! Denn als sich alle nach acht Jahren an die Umstände gewöhnt haben, tauchen wieder Raumschiffe am Horizont auf und drohen die Welt wieder in Chaos zu stürzen....
 
 
"Wenn wir Erflog haben, dann schulden wir dir eine ganze Menge, mein Junge."
Jackson schüttelte nur den Kopf, auf einmal todernst.
"Nein, Sir. Wenn wir Erfolg haben, dann habe ich vielleicht einen kleinen Teil meiner Schuld wieder gut gemacht."
 
 
Wie gesagt haben mir Josy und Sam gut gefallen. Sie stehen zwar ganz klar im Mittelpunkt, doch anders wie in Band 1 kommen auch andere Charaktere vor. Zu den Protagonisten kann ich leider nicht viel sagen, um nichts vorwegzunehmen. Die beiden haben mich jedoch sehr berührt, in ihrer verzweifelten Einsamkeit und mit dem Wunsch nach einem Zuhause, einem geregelten Tagesablauf und Normalität eben. Auch Nebencharaktere kommen gut zur Geltung. Super fand ich zum Beispiel die kleine Vivi. Das achtjährige blonde Mädchen heißt eigentlich Survive und ist auf Specus Leonis geboren worden. Sie wirkte einerseits immer etwas zerbrechlich, wie ein verloren gegangener kleiner Engel, ist andererseits aber mutig und draufgängerisch.
 
Gut gefallen haben mir die regelmäßigen Perspektivwechsel zwischen Sam, Josy und ... anderen. Auch in die Hauptstadt der "Vereinten Planeten" auf Cor dürfen wir einen Blick werfen. Wie dort Menschen langsam unter der Ungerechtigkeit von Henneth aufbegehren und Personen, die man aus Jacksons Erzählungen der Vergangenheit kennt, kennenzulernen, war spannend. Außerdem haben uns diese kurzen Passagen einen guten Einblick in die Köpfe der Verantwortlichen gewährt, die Mitschuld an den großen Unglück der Erde tragen.
 
 
"Er hatte nach Freiwilligen gesucht die seinen Traum von einem Neuanfang und seine Abenteurerlust teilten, die sich bereut erklärten, mit ihm ins Weltall aufzubrechen, weil sie verstanden, was er sich davon erhoffte. Doch stattdessen hatte er es plötzlich mit einigen Tausend verängstigter Flüchtlinge zu tun gehabt.
Und Milliarden anderer Menschen waren gestorben..."
 
 
In rasantem Tempo rennt der Plot auf das Ende zu, als würde er von etwas grauenvollem verfolgt werden. Trotzdem wirkt das Buch nie gehetzt und es bleibt genug Platz für die Charaktere. Dieser Spagat zwischen Authentizität und Spannung schafft die Autorin mal wieder brillant. Auf diesen fast 500 Seiten passiert extrem viel, ohne das es irgendwie "gequetscht" oder überfüllt wirkt. Daran hat wohl der angenehme Schreibstil von Meike Ruppelt einen nicht unwesentlichen Anteil. 
 
Sie trifft mit wenigen Mitteln immer den richtigen Ton um die gewünschte Emotion hervorzurufen und schafft es bis ins Detail genau zu beschreiben, ohne lange abzuschweifen. Traurige, nachdenkliche, spannende, romantische aber auch lustige Szenen erschafft sie authentisch und mitreißend. In klaren aber trotzdem recht verkünstelten Sätzen fasst sie direkt einen Zustand zusammen, sodass man schnell einen Überblick über das Geschehen erhält und schnell vorankommt. Die Welt und das Innenleben der Charaktere kann man sich gut vorstellen und wird so praktisch in die Geschichte hineingezogen.
 
 
"Feuer. Alles brannte, brannte lichterloh, unsichtbare Flammen, die mir die Kleidung vom Körper fraßen und über meine bloße Haut leckten. Die Hitze war unerträglich, kroch immer weiter in mich hinein, meinen Hals hinunter bis hinab in meine Lunge..."
 
 
Als ich dann wirklich am Ende angekommen war, war ich wirklich traurig, dass dieses unglaubliche Buch auch schon wieder vorbei war. Doch ein neues Rätsel, viele geheimnisvolle Andeutungen und offene Fragen lassen mich mit Spannung auf den dritten Teil hin fiebern, der zum Glück schon in meinem Schrank auf mich wartet.
 
***Vielen vielen Dank an Maike Ruppelt, dass ich auf diese Reise durch das Universum mitkommen durfte. Dieses -signierte ;-)!- Rezensionsexemplar hat mir sehr viel Freude bereitet!***
 
 
 
Fazit:
 
Eine Fortsetzung die durch viele Gegensätze und Neuheiten überzeugt und die Geschichte spannend weiterführt! Das ist Science-Fiction von seiner besten Seite - ein außerordentlichen Lesegenuss und eine klare Empfehlung!!!